Siebenundvierzigste Flugstunde: Navigationsflug

Heute ging es bei sehr warmen Temperaturen einmal mehr mit Sven in die Luft. Eigentlich war es angedacht in Arnsberg Solo-Platzrunden zu schrubben, aber Sven überraschte mich mit einer Planänderung: Es sollte ein Navigationsflug werden, und zwar teils unter Zuhilfenahme des VOR, teils mittels terrestrischer Navigation mittels der guten, alten Papier-Karte und Bodensicht.

Zunächst sollte es von Dortmund aus nach Münster-Telgte gehen. Hierzu nahmen wir das VOR Hamm, da es nahezu auf einer geraden Linie zwischen Dortmund und Telgte liegt, zu Hilfe. Zuerst ging es also zum VOR, danach vom VOR aus weiter. Das Wetter verschlechterte sich mittlerweile etwas, und wir durchquerten sogar einen Regenschauer – mein erster als Pilot. Wirklich viel sieht man dann nicht mehr, aber noch ausreichend, um weiterfliegen zu können (was will man auch machen – rechts ranfahren und anhalten ist eben nicht…)

Der Flugplatz war, nachdem der Schauer durchquert war, dann aber auch relativ gut zu sehen. Unser erstes Ziel hatten wir also erreicht.

Weitergehen sollte es dann zum Flugplatz Oelde, einem kleinen Grasplatz für Segelflug. Nun ist mir die Gegend dort nicht unbekannt, die Orte, die wir überflogen kenne ich von diversen Ausflügen und Dienstfahrten. Und so erkennt der Pilot auf Anhieb Freckenhorst, Ennigerloh und dahinter dann auch schon Oelde – mitsamt Flugplatz. Den Kurs geändert, weiter geht es in Richtung Lippstadt. Auf dem Weg dorthin sehen wir die ersten Blitze in der Ferne, aber die Gewitter verweilen recht statisch an ihren Orten und sind noch so weit entfernt, dass sie keine Gefahr für uns darstellen. Ein wenig windiger wird es aber doch, und so ist es gut dass wir planmäßig Kurs auf Arnsberg nehmen können und uns so vom schlechten Wetter wieder entfernen. Bald tauchte links von uns der Möhnesee auf, und so war es nach Arnsberg auch nicht mehr weit.

Da sich das Wetter aber immer mehr zum schlechten entwickelte, beschlossen wir die Heimreise anzutreten und nicht erst noch in Arnsberg zu landen, um vielleicht doch noch einige Solorunden zu drehen (an die Möglichkeit hatten wir zuvor gedacht). Also wieder in Richtung Dortmund, und über den Pflichtmeldepunkt Echo hinein in die Kontrollzone und die Abschlusslandung hingelegt – langsam Routine.

Insgesamt war das ein schöner Ausflug (im wahrsten Sinne des Wortes), mit einmal etwas schlechterem Wetter – muss man halt auch mal gemacht haben! Ich freue mich auf die nächsten Flüge, denn mit den Navigations- und Dreiecksflügen kommen wir dem abschließenden Dreiecks-Soloflug immer näher, und es fühlt sich auch schon wie „richtige Fliegerei“ an. Trotzdem werde ich noch die eine oder andere Platzrunde schrubben müssen, um die Mindestzeit für diesen Ausbildungsteil zu erfüllen. Aber das muss ja auch nicht alles in Dortmund gemacht werden – und schön mit den Navigationsflügen kombiniert werden!

Bilder: SkyDemon (1), S. Brodowski (1)

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