Einundfünfzigste Flugstunde: Bockig

Schon auf dem Weg in die Flugschule stieß ich auf meinen Fluglehrer für heute, nämlich Florian, in Begleitung seines vorherigen Flugschülers, meinen mir zum Freund gewordenen Mitschüler Andreas M.

Wir holten noch schnell das Bordbuch und den Schlüssel der Kilo-Delta, und schon ging es durch die Sicherheitskontrolle zum GAT, wo unsere Cessna schon wartete. Eine gewissenhafte Vorflugkontrolle führte ich durch, um festzustellen, dass mein Kumpel Andreas M. wie übrigens auch schon am vergangenen Donnerstag die Tanks ordentlich leergeflogen hatte, sodass Florian und ich die Maschine zunächst einmal betanken mussten.

Nachdem das erledigt war ging es los, die Piste 24 war in Betrieb, die Kommunikation mit Rollkontrolle und Turm funktionierte einwandfrei und dann rollten wir auch schon zum Abflugpunkt Piste 24 und bekamen die Startfreigabe.

Bis dahin klappte alles wie am Schnürchen, und es machte mir auch Laune, aber bereits kurz nachdem wir abgehoben hatten wusste ich, dass dies nicht mein (Flug-) Tag wird. Nicht nur eine doch recht ordentliche Thermik ergriff unseren Vogel immer wieder unvermittelt, auch der Wind blies böig und packte den Flieger immer wieder und versetzte ihn mal, schien ihn „umwerfen“ zu wollen oder erschwerte Kurvenflüge.

Ich hatte also alle Hände voll damit zu tun, die 172 auf dem gewünschten Kurs zu halten und die Platzrunde so halbwegs vernünftig hinzubekommen. Bei stärkerem Wind fliegt man dann den Endanflug auch etwas schneller als normal – jedoch auch nicht mit 80 Knoten, wie ich das dann bisweilen tat. Die Quittung waren dann etwas unschöne Landungen, und obwohl mir Florian zwar auch immer sagte dass ich zu schnell gewesen sei machte er mir auch Mut und entschuldigte meine „hingerotzten“ Landungen, über die ich auch meinen eigenen Unmut kund tat, mit dem bockigen Wetter, oder dass wir sie ja überlebt hätten, sie also gut genug war, oder der Flieger ja noch ganz sei usw…

Ich hatte dann nach sechs Platzrunden genug und schlug vor die Abschlusslandung zu machen, was Florians Zustimmung fand (vermutlich ist er froh aus der Nummer endlich rauszukommen, dachte ich). Und diese letzte Landung war dann auch nicht nur endlich etwas langsamer geflogen, sondern gelang dann auch sozusagen „saugend und schmatzend“, also butterweich und entsprach etwa dem, wie ich es die ganze Zeit gern getan hätte.

Am Abend fand dann unser kleiner Flieger-Stammtisch statt (selbstverständlich unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsgebote), und auch Florian war dabei. Meine Landungen verteidigte er immer noch damit, dass es ja auch extrem bockig gewesen sei… naja, glauben wir es ihm mal. Das beruhigt ja auch irgendwie.

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