Fünfundfünfzigste Flugstunde: IFR-Brille

Heute hatten wir ein wenig mehr Zeit, da mein Mitschüler Mike G. sich leider einige Rippen gebrochen hat und wohl vorerst ausfällt – gute Besserung an dieser Stelle!

Also setzten Florian und ich uns hin und arbeiteten zunächst einmal einen Flugplan aus, denn langsam geht es auf die Prüfung zu, und der Prüfungsflug will ja auch gewissenhaft und nach Prüfungsordnung vorbereitet werden. Wir planten einen Flug von Dortmund nach Stadtlohn, dann weiter nach Münster/Osnabrück und über das Hamm-VOR zurück nach Dortmund.

Plan (pink) und Wirklichkeit (blau). Zu erkennen ist, dass das Fliegen mittels Funknavigation von Münster zum Hamm-VOR sehr gut klappte

Des Weiteren nahmen wir uns vor, ein wenig Instrumentenflug zu üben, denn auch für den Sichtflug-Piloten steht dies auf dem Lehrplan. Hierzu wird dem armen angehenden Piloten eine Art blickdichter Sonnenschirm auf die Stirn gesetzt, sodass er keine Außensicht mehr hat und sich vollkommen auf die Instrumente konzentrieren muss, wobei er stets Höhe, Fluglage, Kurs und Geschwindigkeit im Auge behalten und gegebenenfalls korrigieren muss.

Des Weiteren sollte ich diesmal auch die benötigte Zeit zwischen einzelnen Streckenabschnitten mitschreiben. Das war gar nicht so einfach, denn mein Kniebrett (ein Klemmbrett, das mittels Klettverschluss am Oberschenkel befestigt wird) war mies organisiert. Da ist also Optimierungsbedarf – aber gut, dass man das auch mal gemacht hat. Die von mir aufgeschriebenen Zahlen glichen dann auch mehr einer altsumerischen Keilschrift als unseren arabischen Zahlen, lesen kann das wohl niemand mehr. Aber auch das ist wohl eher eine Übungssache und klappt demnächst schon besser.

Der Flug selbst verlief gut und ich habe auch Stadtlohn auf Anhieb gefunden, auch der Funk klappte heute hervorragend und ich vergaß auch nicht Kleinigkeiten wie sonst schonmal den Transponder, oder das Landelicht oder was auch immer. Sicherlich ist das der Tatsache geschuldet, dass ich jetzt relativ oft fliege und genügend Übung bekomme.

In Stdtlohn meldeten wir nur einen tiefen Überflug über die Bahn an, aber auch der Anflug war gut, vielleicht etwas hoch, aber nicht zu viel, und auch eine Landung wäre geglückt. Flugs ging es weiter in Richtung Flughafen Münster-Osnabrück. Auch der Weg dorthin stellte kein Problem dar, ebensowenig der Einflug in die Kontrollzone, tiefer Überflug über die Piste, Ausflug aus der Kontrollzone und Kurs auf das Hamm-VOR.

Nach Erreichen und Überfliegen das VOR brachen wir unseren geplanten Flug ab, um die IFR-Brille aufzusetzen. Ich sah – nichts. Zumindest draußen. Dafür heftete sich mein Blick an die Instrumente. Nun „quälte“ Florian mich mit Flugübungen wie „geh mal auf Kurs 120 Grad!“ oder „mach mal einen Vollkreis links und halte die Höhe!“, um schließlich navigatorische Aufgaben dazu zu nehmen und mich ein VOR-Radial suchen und fliegen zu lassen. Zum krönenden Abschluss übernahm er das Ruder, flog links und rechts und in jedem Fall so, dass ich die Orientierung komplett verlieren sollte. Danach durftebich die Brille absetzen und unsere Position mittels Kreuzpeilung der VOR Hamm und Dortmund bestimmen – was ebenfalls gut gelang. Dann war ich fertig, im doppelten Sinne, und durfte den Heimweg antreten. Nachdem uns Fluglotse Martin M. beim Einflug in die CTR Dortmund begrüßt hatte, durften wir auch direkt in den Queranflug zur Piste 06 gehen und dort sehr schön weich landen – na also, geht doch!

Bei der anschliessenden Abschlussbesprechung in der Flugschule hatten wir dann die Idee, morgen meinen ersten Dreiecksflug zu wagen, das heißt ich bekomme einen schriftlichen Flugauftrag und fliege alleine ohne Lehrer. Florian fing an mit „München, Tegel und zurück“, wir einigten uns dann aber auf Marl, Telgte und zurück, was sich immerhin ähnlich anhört und auch vollkommen ausreichend ist. Ich werde mich dann jetzt einmal an die Flugplanung setzen und Euch morgen berichten!

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