Sechzigste Flugstunde: Nine Eleven

Zugegeben: Ein etwas reißerischer Titel für meinen Dreiecksflug, aber heute jährt sich die Terroranschläge von Mohammed Atta und seiner Mörderbande auf das WTC und den Pentagon, sowie auf ein Passierflugzeug, das sich in einen Acker in Pennsylvania bohrte, zum 19. mal.

Geplant und durchgeführt wurde von mir ein Flug von Dortmund nach Damme, von dort weiter nach Paderborn und wieder zurück nach Dortmund; dieses Mal sind an jedem Punkt Landungen vorgesehen.

Bei leicht dunstigem Wetter ging es dann gegen Mittag los, und störungsfrei flog ich via das Osnabrück-VOR nach Damme. Etwa 8 Meilen vorher meldete ich mich per Funk an und erhielt die Information, dass die Piste 28 in Betrieb sei und dass Fallschirmspringer am Platz aktiv seien.

Damme ist recht leicht zu finden, von Süden aus angeflogen liegt der Platz in der Nähe einer Gruppe von Windrädern, westlich eines kleinen Sees, dem Dümmer.

Mein Weg nach Damme

Damme stellte gleizeitig meine bislang kürzeste Landebahn dar, nur 700 Meter Asphalt stehen zur Verfügung. Das reicht für eine Cessna 172 aber für zwei Landungen, und da ich ziemlich nah an der Schwelle aufsetzte, stellte mich dies auch vor keinerlei Probleme.

Flugplatz Damme

Ich fragte kurz nach, wo ich die Kilo-Delta abstellen kann, und machte mich auf den Weg zum Turm, denn hier wollte ich einerseits meine Landegebühr bezahlen (8 € normalerweise, da ich aber Flugschüler bin nur 4 €), andererseits aber einen Stempel auf meinem Flugauftrag einsammeln wollte, als Nachweis meines Besuchs. Der Türmer war sehr nett und freundlich und wünschte mir für den Rest meiner Ausbildung noch alles Gute.

Ich trank noch eine Cola im Restaurant und machte mich wieder auf den Weg, denn ich hatte ja erst einen Teil meiner Reise hinter mir.

Auf ging es in Richtung Paderborn. Zunächst führte mich mein Weg nochmals über den Mittellandkanal zum Osnabrück-VOR, von dort weiter über Bielefeld (gibt es eigentlich ja nicht 😉 ) dann nach Paderborn.

Der Mittellandkanal aus etwa 2600 Fuß Höhe

Über den Pflichtmeldepunkt Echo durfte ich dann auch in die Kontrollzone zur Landung auf Piste 24 einfliegen; ich durfte direkt in den Queranflug eindrehen, was die Sache vereinfachte.

Damme – Paderborn

Nach meiner Landung machte ich mich wieder auf den Weg, um mir einen Stempel abzuholen (Die Landegebühren in Paderborn werden direkt mit der Flugschule abgerechnet). Hier dann Erstaunen meinerseits, denn der freundliche Mitarbeiter erklärte mir, dass sie dies derzeit nicht dürfen, wegen Corona…. ich frage mich immer noch worin die Gefahr besteht einen Stempel auf ein Stück Papier zu drücken… aber gut, Fluglehrer Christof hatte mich diesbezüglich vorgewarnt und mir gesagt, das sei nicht schlimm. Zum Beweis habe ich einfach ein Foto vom Flughafen gemacht, in den Metadaten sind ja Geokoordinaten und Zeit gespeichert…

Flughafen Paderborn und Kilo-Delta

Es wurde Zeit für den Heimweg. Also in die 172 eingestiegen, und los ging es. Ich durfte wie gewünscht über November ausfliegen; im Steigflug kam mir plötzlich ein Schwarm Vögel recht nahe, gottlob nicht zu nahe.

Der weitere Weg sollte mich direkt über den Flugplatz Soest führen; jedoch sah ich schon von weitem, dass auch dort Fallschirmspringer aktiv waren. Ich beschloss also, von meiner geplanten Route abzuweichen und die Fallschirmsprung-Zone südlich zu umfliegen. Dies bedeutete zwar einen Umweg, aber so war eine gegenseitige Gefährdung ausgeschlossen.

Ich meldete mich kurz vor Dortmund beim Turm an, und dass ich über Echo gerne in die Kontrollzone zur Landung einfliegen würde. Der Turm gab mit noch schnell einen Squak (damit kann er mich eindeutig identifizieren), den ich im Transponder einstellte (6561), und bat mich, nachdem ich die Freigabe zum direkten Queranflug auf die Piste 24 erhalten hatte, einen kurzen Anflug zu machen. Der Bitte kam ich natürlich nach, auch wenn ich jetzt sehr schnell Höhe abbauen musste, aber die anschließende Landung war wieder mal butterweich und hätte jeden Passagier für den vorangegangenen „kontrollierten Absturz“ entschädigt.

Paderborn – Dortmund. Gut zu sehen mein Ausweichmanöver um Soest.

Ich machte den Turm noch auf eine fehlende Rollbahnmarkierung aufmerksam (wird wohl der Rasenmäher gewesen sein…) und stellte die KD einigermaßen erschöpft, aber hochzufrieden ab.

Nun kann die Prüfungsvorbereitung beginnen. Mein Fluglehrer Sven scharrt schon mit den Hufen…

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