Zweiundsechzigste Flugstunde: Prüfungsreif!

Die Wolkenuntergrenze liegt bei 1500 ft, das Dortmunder TAF prognostiziert später gar nur 1000 ft, und das GAFOR des Deutschen Wetterdienstes sieht auch nicht wirklich besser aus. So stellte es sich noch heute morgen dar, und ich war missmutig, ob ich heute überhaupt ans fliegen komme. Kurz mit Fluglehrer Sven B. gewhatsappt, wir treffen uns in der Flugschule und schauen mal. Sven fliegt vorher eine Prüfung in Paderborn (er ist auch zugelassener Prüfer), wir werden sehen, er verspricht besseres Wetter mitzubringen.

Die Vorhersagen werden tatsächlich besser, als ich gegen 14 Uhr in der Flugschule bin und Sven eintrifft. Wir beschließen also zu fliegen, mal sehen was geht.

Diesmal vergesse ich nicht, die Instrumente zu checken, den Transponder einzuschalten oder Taxi- oder Landescheinwerfer einzuschalten. Das Abflugbriefing passt, das Notfallbriefing auch, und los ging es nach Borkenberge.

Der Flug ging sehr ruhig vonstatten, es gab keine Thermik und auch nur leichten Wind, was den Flug sehr angenehm machte. In Borkenberge war ein Low Approach geplant, also ein tiefer Anflug, mit einer Durchstartübung.

Drei mal übten wir dies, ich bekam das auch ganz passabel hin. Der Anflug auf die 07 in Borkenberge soll angeblich so schlimm sein, wie einige meiner (ehemaligen) Mitschüler nicht müde werden zu behaupten; ich finde da ehrlich gesagt nix bei – ein ganz normaler Flugplatz eben. 875 Meter reichen auch völlig aus, um sicher landen zu können…

Danach ging es weiter in Richtung Norden, da wir noch ein wenig Airwork wiederholen wollten. 30 und 45-Grad-Kurven standen auf dem Zettel, ebenso nochmals der Langsamflug mit und ohne Klappen, jeweils mit Stall-Übung. Auch diese waren okay, und dann wurde die IFR-Brille aufgesetzt.

Diese kann man sich wie einen überdimensionalen Sonnenschrim auf der Stirn vorstellen. Dies verhindert, dass man aus aus dem Fenster sehen kann und einen Horizont hat. Man hat nur noch seine Instrumente im Blickfeld. Die Übung dient dazu, einen unbeabsichtigten Einflug in Wolken zu simulieren und eine 180-Grad Umkehrkurve zu fliegen, ohne in eine kritische Fluglage zu geraten. Auch diese Übung geriet zu Svens Zufriedenheit.

Wir machten uns auf den Weg zurück nach Dortmund. Hier sollte noch eine Landung ohne Klappen erfolgen; es schien mein Glückstag zu sein, denn auch diese war recht passabel.

Jedoch das abschließende Abrollen von der Piste war nicht ganz konform: Man ist es irgendwie gewohnt, seine Rollfreigabe zum GAT bereits auf der Piste zu bekommen, und so rollte ich auch ohne darüber nachzudenken weiter. Die Freigabe bekam ich aber erst, als ich am Ende von „Charly“ und schon fast auf dem Taxiway „Mike“ unterwegs war… aua! Der böse Blick von Sven traf mich, und am GAT angekommen bedankte ich mich beim Turm auch ganz lieb und nett und zuckersüß – als Pilot kann so etwas leicht einige Hunderter Strafe kosten. Danke an den Fluglotsen hier noch schnell die Clearence zu geben!

Nun, dennoch war Sven insgesamt guter Laune (der Prüfling in Paderborn hatte auch schon bestanden), und meinte er wolle mich nun zur Prüfung anmelden. Es wird also ernst, Leute!!!

Bilder: Dank an Sven B.!

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