Mitternachtssuppe

Hatte ich die Theorie für meine NVFR-Berechtigung (Nachtsichtflug) bereits via Online-Unterricht absolviert, hinderten mich die Coronaschutzverordnungen zwar nicht am Fliegen oder an einem Differenztraining, wohl aber an Nacht-Flugstunden. Cleveres Kerlchen, das Virus, wenn es Tag von Nacht und Training von Schulung unterscheiden kann…

Heute konnte es dann endlich weitergehen, nachdem uns letzte Woche das Wetter auch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte und einen Sturm geschickt hatte. Heute sollte es zwar auch nicht besonders toll werden, aber fliegbar.

Start in die Nacht auf Piste 24

Unser Plan sah vor, in Dortmund zu starten, über Whisky aus der Kontrollzone auszufliegen, dann über das HMM-VOR in Richtung Münster-Osnabrück zu fliegen, dort ein Touch & Go zu absolvieren und wieder über November nach Dortmund zurückzukehren. Entsprechende Flugpläne gaben wir auf, denn Nachts darf nur mit gültigem Flugplan geflogen werden.

Soweit der Plan.

Der Plan war aber leider scheiße.

Denn nachdem wir gestartet waren mussten wir bemerken, dass a) die allgemeine Wolkenuntergrenze über dem Münsterland tiefer war als am Platz in Dortmund, und b) etliche Schauerfelder sich dort bewegten und ein (legales) Durchkommen nach Münster unmöglich machten. Nach kurzer Absprache mit Langen Radar, an das wir vom Dortmunder Turm übergeben worden waren, flogen wir zunächst zum BOT-NDB, da es uns in erster Linie darauf ankam, Nachtflugzeit und somit entsprechende Erfahrung zu sammeln.

Von dort wollten wir einen weiteren Versuch unternehmen, um auf der Rückseite der Regenfront vielleicht doch noch nach Münster zu kommen, denn das Regenradar auf Sven‘s iPad machte uns hier entsprechende Hoffnung, sagte uns auf der anderen Seite aber auch, dass eine sofortige Rückkehr nach Dortmund jetzt im Augenblick nicht eine so gute Idee sei…

Also nahmen wir erst einmal groben Kurs auf Borkenberge, jedoch mussten wir nach einigen Minuten Flug leider sehen, dass wir nichts sehen – wir saßen in einer fetten Wolke. Lehrbuchmässig flohen wir eine Umkehrkurve von 180 Grad, kletterten sicherheitshalber noch einige hundert Fuß, um nicht einen Kraftwerkskamin oder ähnliches in seinem Winterschlaf zu stören und teilten der Freundlichen Stimme von Langen Radar mit, dass wir nun doch bereit wären, den direkten Rückzug nach Dortmund anzutreten. Die Dame gab uns das Heading (den Kompass-Steuerkurs), und heimwärts ging es!

Ab nach Hause….

Wir umkurvten noch das Lünener Kraftwerk und die künstliche Wolke aus dem Kühlturm, und der Flughafen Dortmund wurde mit seinen Lichtern in der Ferne bereits sichtbar.

Wir meldeten uns beim Turm an, und der (ebenfalls sehr freundliche!) Fluglotse ließ uns einen Direktanflug auf die Piste 06 durchführen, denn die Bahnrichtung hatte sich mittlerweile geändert.

Die abschließende Landung gelang so lala, war aber für die erste Nachtlandung recht anständig.

Sven ließ mich dann noch ein wenig „Groundwork“ machen: Um zu demonstrieren, wie schlecht man die gelben Leitlinien sehen kann, wenn diese nicht befeuert werden, bat er darum einen Backtrack zur rückwärtigen Rollbahneinmündung machen zu dürfen, was auch genehmigt wurde (derzeit ist auf den Flughäfen echt wenig los, traurig!). Von dieser Seite aus ist die Rollbahnbefeuerung dann nicht zu sehen. Und tatsächlich, die Leitlinien sind wirklich im Schein des Taxi-Scheinwerfers kaum zu erkennen. So könnte das aber auch auf einem kleineren Flugplatz aussehen, in Dortmund sind wir vermutlich ein Stück weit verwöhnt

Insgesamt wieder eine neue Erfahrung, viele neue Eindrücke und noch eine Menge zu lernen. Wenn das Wetter es zulässt, geht es nächste Woche Donnerstag weiter….

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