Airfield-Hopping

Leider verzögert sich aufgrund eines (für mich langsam nicht mehr nachvollziehbaren) Lockdowns die Ausbildung in Sachen Nachtflug ; auch mit dem G1000 geht es im Moment nicht weiter.

Flugzeugcharter hingegen ist weiterhin möglich, und so haben mein Freund Andi M. und ich die Kilo-Delta heute für ein paar Stunden gechartert.

Ziel war es, in Übung zu bleiben und wieder ein wenig mehr Routine zu bekommen. Das Wetter war ausreichend, wenn auch nicht wirklich für Sightseeing geeignet, mit Wolkenuntergrenzen von etwa 3800 Fuß.

Zunächst war Andi unser Pilot, ich übernahm dafür den Funk. Diese Arbeitsteilung macht wirklich Spaß, beide haben etwas zu tun und entlasten jeweils den Anderen. Unser Weg führte uns, ausgehend von Dortmund, zuerst nach Marl, dann weiter nach Essen/Mülheim und Dinslaken.

Hier machten wir einen Pilotenwechsel, und ich durfte die Cessna pilotieren, während Andreas den Funker gab. Es ging weiter nach Stadtlohn, wo ich zuvor noch nie war. Die (für mich) besondere Herausforderung dabei war, dass sich der Platz in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze befindet und man aufpassen muss, nicht versehentlich eine Grenzverletzung zu begehen. Wie sich herausstellte war das aber eigentlich keine Schwierigkeit (nicht die Grenzverletzung, sondern sie zu vermeiden 😉)

Von Stadtlohn aus flogen wir weiter bis nach Borkenberge. Andi meldete uns via Funk an – und Überraschung! hörten wir plötzlich die vertraute Stimme meines Prüfers Thomas Sch. im Äther, der uns herzlich willkommen hieß. Leider begegneten wir uns nicht am Boden, da Thomas scheinbar mit der Ausbildung eines Flugschülers beschäftigt war und selbst Touch and Gos flog.

Unser Aufenthalt fiel so auch recht kurz aus, wir tätigten nochmal einen Pilotenwechsel. Ein Blick auf die Uhr sagte uns, dass die eigentlich geplante weitere Runde über Bielefeld, Paderborn und Meschede ausfallen musste – und so flogen wir zurück nach Dortmund, wo der Flughafen und in Person des uns wohlbekannten Martin M. im Funk begrüßte.

Na und die anderen Flugplätze, die holen wir sicher demnächst einmal nach!

Nachfolgend noch ein paar Bilder und Videos…

Language Proficiency Teil 2

Wie bereits beschrieben, fand dann heute der Vorbereitung Teil 2 statt.

Wir übten den Teil „Sprachverständnis“. Hierzu werden einem zunächst für 15 Sekunden die drei Antwortmöglichkeiten a, b oder c gezeigt; danach bekommt man eine Audiodatei vorgespielt, auf die eine der Antworten a, b oder c zutrifft. Diese muss man ankreuzen. Danach wird einem die Audiodatei nochmals vorgespielt, damit man seine Entscheidung noch einmal überprüfen kann.

Für das Bestehen der Erstprüfung muss man neun von insgesamt zwölf Fragen richtig beantworten.

Von den heute geübten 25 Fragen hatte ich 23 richtig; ich fühle mich also für meine Prüfung gut gerüstet!

Wer sich selbst einmal auf die Probe stellen möchte: Auf der Seite des Luftfahrtbundesamtes gibt es die Möglichkeit, das mit fünf Fragen mal auszuprobieren: https://www.lba.de/DE/Luftfahrtpersonal/Sprachanforderungen/Modellpruefung.html

Wer sich für die Prüfung selbst interessiert: Ich kann die Betreuung von Karin Schmidt empfehlen – Tel. 0172 9412503

Viel Spaß dabei!

Language Proficiency Teil 1 und „Drohnenführerschein“

Das miese Wetter der vergangenen Tage und Wochen, der Lockdown und ein paar andere Gründe verhinderten in den letzten Wochen, dass ich meine Ausbildung wie gewünscht fortsetzen konnte.

Dennoch bin ich nicht untätig geblieben, und so habe ich heute mit meinem Freund Andy M. online eine vorbereitende Sitzung zur Erlangung des Sprachnachweises in englisch gem. ICAO-Level 4 mitgemacht. Karin Sch. führte mit jedem von uns einen Teil der Prüfung als Sinulation durch. Es war ein Gespräch auf englisch, das zum einen persönliche Dinge eines jeden „Prüflings“ betraf, etwa seine Herkunft, Beruf und natürlich fliegerische Erfahrungen, zum anderen ein Bild eines verunfallten Flugzeugs zeigte, das zunächst beschrieben werden sollte und zu dem dann weitere Fragen gestellt wurden, sowie weitere allgemeine Fragen zu Luftfahrtthemen und unsere Meinungen dazu.

Abschließend attestierte Karin Sch. uns, für die richtige Prüfung geeignet zu sein. Jedoch umfasst diese eine weitere Verständnisprüfung, innerhalb derer uns je 12 englischsprachige Audiodateien vorgespielt werden, und zu denen dann mittels Multiple-Choice-Fragebogens richtige Antworten gegeben werden müssen. 75% der Antworten müssen korrekt sein um zu bestehen. Deshalb haben wir uns für Montag nochmal verabredet, um dies zu üben. Die eigentliche Prüfung findet dann am 11.1. im Rahmen einer Live-Sitzung statt.

Nun, was macht man mit dem angebrochenen Abend? Man surft ein wenig im Internet herum, und stößt auf der Seite des LBA darauf, dass man als Drohnenpilot (ich habe auch so ein Ding) folgendes tun muss:

„Mit Gültigkeitsbeginn der neuen EU-Vorschrift VO (EU) 2019/947 zum 31.12.2020 müssen Fernpiloten, die ein UAS betreiben, bestimmte europaweit einzuhaltende Regeln beachten.“

Dort kann man dann aber auch gleich an einem Vorkurs teilnehmen, und wenn man den bestanden hat, kann man sich auch zur Prüfung anmelden, die ebenfalls online stattfindet. Und da mir etwas langweilig war, habe ich das halt eben mal gemacht 🙂

Wer Lust dazu hat: https://lba-openuav.de/einstieg/allgemeine-informationen/

Ist wirklich kein Ding, und wer eine Drohne mit mehr als 250g Abfluggewicht steuern möchte, der braucht den Nachweis eh. Viel Vorbildung braucht man da nicht, das kann meiner Meinung nach auch der Laie! Viel Spaß dabei!

Glascockpit: Einweisung in das Garmin G1000

Kaum hat man eigentlich sein Ziel erreicht, eröffnen sich einem schon wieder neue Horizonte.

Und so nahm ich heute gleich zwei Dinge in Angriff, obwohl es eigentlich anders geplant war. Ursprünglich wollte ich mit Fluglehrer Sven ein wenig Nachtflug-Theorie machen, dann eine Runde bei Dunkelheit fliegen, und dann noch ein wenig Theorie für den Nachtsichtflug (NVFR) büffeln. Das Wetter machte und da aber einen Strich durch die Rechnung. Und so organisierte Sven zur NVFR-Theorie noch mit Bülent einen guten Freund im Anschluss zum Unterricht hinzu, damit wir gemeinsam eine erste Einführung in das Garmin G1000 „Glascockpit“ erhalten. Vorneweg: Wer sich damit bislang noch nicht beschäftigt hat, hat kaum eine Chance das ohne Instruktor zu bedienen und das Flugzeug vernünftig zu fliegen.

Und so mühten wir uns im Simulator redlich, die unzähligen Knöpfe, Menüs und Funktionen zu erlernen. Wenn man erst einmal einen Einstieg gefunden hat, erweist sich das Garmin natürlich als deutliche Erleichterung zum gewohnten „Uhrenladen“ wie in der Kilo-Delta, man muss fairerweise aber auch anmerken, dass die C172SP der Flugschule, die der Simulator abbildet, auch ansonsten deutlich moderner und besser ausgestattet ist. Immerhin ist die Kilo-Delta Baujahr 1982, damals dachte noch niemand an LCD-Bildschirme…

Spaß hat es in jedem Fall gemacht!

Je nach Wetterlage geht es am Samstag mit dem G1000 weiter – den Nachtflug haben wir uns mal für Donnerstag nächste Woche vorgenommen, ebenfalls je nach Wetterlage.

Jungfernflug: Passagier Nr. 1

Heute durfte ich dann auch meinen ersten Flug als „richtiger“ Pilot durchführen. Ich hatte meiner Mutter zu ihrem Geburtstag vor einigen Tagen einen Rundflug geschenkt.

Eigentlich wollten wir, wie zu sehen, eine größere Runde durch das südliche Münsterland machen. Das Wetter schien vom Boden aus gesehen recht gut, der Flugwetterbericht jedoch verhieß nicht ganz so gute Sichten, was sich dann leider auch bewahrheitete. Doch in dieser Jahreszeit ist da wohl auch nicht viel mehr zu erwarten.

Plan (pink) und tatsächliche Flugstrecke (blau)

Und so starteten wir, einig darüber, dass unser Plan ja nicht in Stein gemeißelt ist, und haben uns flexibel. So wurde es ein Flug bis nach Lüdinghausen, wo wir einmal über dem ehemaligen Jagdrevier meiner Eltern kreisten, und kürzten unsere Route arg ab in Richtung Münster, um uns die Domstadt von oben anzusehen. Gut zu erkennen war die historische Altstadt, über der wir dann umkehrten, um den Südteil unseres geplanten Fluges anzugehen.

Leider verschlechterte sich die Sicht kontinuierlich, und im Flug gegen die Sonne, die durch den dichten Dunst stach, konnte man kaum noch etwas sehen. Auch die Bodensicht wurde schlechter, sodass wir uns zur frühen Rückkehr nach Dortmund entschlossen.

Die abschließende Landung gelang butterweich, und so hatte ich dennoch einen zufriedenen Passagier Nr. 1, der unseren gemeinsamen Flug sicher nicht vergessen wird.

Lizenz ist eingetroffen!

Nach scheinbar endlosen drei Wochen seit meinem Prüfungsflug lag heute endlich meine Lizenz im Briefkasten!

Selbstverständlich habe ich für morgen gleich die gute, alte Kilo-Delta gebucht – und löse somit auch das Versprechen ein, den ersten Flug mit meiner Mutter zu tätigen. Es wird ein Flug „rund um den Pudding“ werden, dazu dann später mehr!

Warten auf die Lizenz

Irgendwie ist es ein Gefühl wie damals als Kind, wenn es auf Weihnachten zuging: Man weiß, dass sie kommt und schaut jeden Tag in den Briefkasten. Mehrmals. Auch Sonntags. Schaut nochmal von außen nach, ob sich ein Brief vielleicht verklemmt hat. Öffnet selbst Werbebriefe, die man sonst achtlos in den Papiermüll geworfen hätte, um nicht aus Versehen die heißersehnte Lizenz wegzuwerfen. Denn ohne dieses Stück Papier geht es nicht in die Luft – und was möchte ein frischgebackener Pilot wohl lieber tun als endlich selbst zu entscheiden, wo er hinfliegen möchte?

Das Warten erscheint mir derzeit endlos, die für heute reservierte Cessna, die ich chartern wollte, habe ich wieder abbestellt (mal davon abgesehen, dass es heute auch kein tolles Flugwetter zu sein scheint). Diese Lizenz beherrscht die Gedanken. Montag ist sicher wieder nichts in der Post, dann müssten die sie ja am Samstag abgeschickt haben, und da arbeitet dort sicher niemand. Oder aber wenn sie dann doch kommt, hat sie bei der Post gelegen, na der werde ich was erzählen….

Naja, Weihnachten kam dann früher ja auch irgendwann. Bis dahin muss man sich halt sinnvoll die Zeit vertreiben. Ich zum Beispiel gehe jetzt mal in den Briefkasten schauen…..

Prüfungsflug: Endlich Pilot!

Nun ist es schon fünf Wochen her gewesen, dass ich meinen letzten Flug mit Sven B. durchgeführt habe – eine verdammt lange Zeit. Allerdings konnte ich meinen Antrag auf Prüfung auch nicht sofort zur Bezirksregierung nach Münster schicken, da mein KBA-Auszug veraltet war (der darf maximal ein Jahr alt sein – ich habe mir ja etwas länger Zeit gelassen …) und ich diesen zunächst neu beantragen musste. Das hat auch erst einmal 10 Tage gedauert. Dann kam noch eine Corona-Quarantäne und ein Kurzurlaub unmittelbar danach dazwischen; so vertagten der mir zugewiesene Prüfer Thomas Sch. und ich uns auf diese Woche, um einen Termin zu finden.

Ich wollte vor der Prüfung aber gerne noch einmal fliegen. Daher buchte mein Freund Andreas M. für heute die KD, um ein wenig Airwork zu machen. Gestern dann aber das Telefonat mit Thomas Sch., der meinte dass der heutige Mittwoch perfekt wäre, um mit dem Flugzeug nach Borkenberge zu kommen und dort die Prüfung zu beginnen. Ich berichtete ihm davon, dass die KD geblockt ist, Andreas aber sicher zu meinen Gunsten verzichten würde, und fragte ihn, ob es okay sei, wenn anstatt eines Fluglehrers Andreas die Cessna nach Borkenberge bringt und später wieder nach Dortmund zurückfliegt, die Zustimmung der Flugschule vorausgesetzt. Der Prüfer bejahte dies, ich telefoniere noch mit der Flugschule und Andreas, und die Sache war geritzt! Andy und ich verabredeten uns für 9:00 Uhr an der Flugschule.

Nachdem wir uns durch die Sicherheitskontrolle des Flughafens gekämpft hatten, tankten wir die C172 noch auf, und los ging es in Richtung Borkenberge (EDLB), wo wir auch 15 min später landeten. Toll, gleich eine deutliche Verspätung generiert, was zum Teil an der mittlerweile sehr lästigen Sicherheitskontrolle lag, zum anderen aber auch daran, dass wir zunächst Bordbuch und Schlüssel der Maschine vergessen hatten und ich daher das Prozedere zweimal durchlaufen musste. Andy und ich knobeln beizeiten noch aus, wer von uns beiden der größere Schussel ist 😉 In jedem Fall begann die Prüfung mit einer berechtigten Rüge ob der Verspätung…

Zunächst einmal gingen wir dann mit einem deutlich entspannteren Thomas Sch. daran, meine Flugplanung durchzugehen; ich erklärte ihm, was ich mir bei den einzelnen Abschnitten gedacht habe, wies die Vollständigkeit der Planung und das Vorhandensein des Kartenwerks nach, und auch die Berechnungen von Masse und Schwerpunkt fehlten nicht. Dann ging es zum Flugzeug.

Der Aussencheck gestaltete sich recht knapp, nur wenige Fragen wurden gestellt im Rahmen der „Mündlichen Prüfung“, diese aber auch zur vollen Zufriedenheit von mir beantwortet, und so konnte es losgehen. Ich arbeitete alle Listen penibel ab, vergaß nicht einmal den Transponder einzuschalten (grins) und führte ein zufriedenstellendes Abflug- und Notfallbriefing durch. Los ging es mit Ziel Flughafen Münster-Osnabrück (EDDG), wo wir einen Tiefanflug und Durchstartübung machen wollten.

So flogen wir zunächst auf das Autobahnkreuz Münster-Süd zu, folgten dann der A1 nach Norden, um auf den Pflichtmeldepunkt Whisky zu stoßen. Zuvor hatte ich mich beim Turm in Münster natürlich ordnungsgemäß angemeldet. Wir durften dann auch unmittelbar in die Kontrollzone Münster einfliegen, um in die Platzrunde zu gehen. Anderer Verkehr veranlasste den Turm, unseren Gegenanflug zunächst zu verlängern, dann durften wir unseren Anflug fortsetzen.

In einer Höhe von 300 ft (der Platz selbst liegt schon auf 157 ft), also knappe 50 Meter über der Piste, donnerten wir die Landebahn entlang, um danach wieder zu steigen und uns über Whisky zu verabschieden. Mit Funknavigation mittels VOR sollte es über das HMM-VOR nach Ahlen zur Firma Agrarflug gehen.

Geplant war für die Strecke eine Flughöhe von 2300 ft. Jedoch lag die Untergrenze der immer dichter werdenden Bewölkung deutlich darunter, sodass ich meinem Prüfer, der übrigens viele Tipps und Hilfestellungen gab, mitteilte, dass wir den Flug in der Höhe von 1800 ft fortsetzen werden – er war natürlich damit vollständig einverstanden. (Irgendwo dort gingen wir dann auch offiziell zu „Du“ über, nachdem das eh schon einige Male herausgerutscht war 😉 )

Das HMM-VOR überflogen wir, auch die Firma Agrarflug identifizierte ich schon vom weiten, der Thomas sah‘s gern und ward zufrieden. So konnten wir den letzten Abschnitt unseres „Ausfluges“ angehen. Das hieß aber erst einmal, das „Loch vom Dienst“ finden und über die Wolken steigen, denn für das anstehende Airwork ist es besser, eine etwas größere Höhe zu haben – falls etwas schiefgeht kann man sich nicht etwa länger auf den Aufprall freuen, sondern hat die Möglichkeit, eine z. B. ins Trudeln geratene Maschine wieder abzufangen.

Auf 3800 ft Höhe angekommen flogen wir also unsere Kurven und leiteten den überzogenen Flugzustand ein, ganz nach Prüfungsordnung, und genauso wie gefordert wurden die Übungen auch von mir geflogen. Wir konnten den Rückweg nach Borkenberge demzufolge antreten.

Und so nutzten wir ein weiteres „Loch vom Dienst“, um kräftig Höhe abzubauen, und flogen wieder unterhalb der Wolken nach EDLB. Hier standen jetzt noch drei Sachen auf dem Zettel: Ziellandeübung (super gelaufen), Touch and Go (super gelaufen) und die Abschlusslandung ohne Klappen (hätte sanfter sein dürfen – gemäß Fluglehrer Florian W. war sie aber gut genug, da wir noch leben 😉 )

Schon beim Abrollen von der Piste ließ Prüfer Thomas Sch. durchblicken, dass diese Prüfung auf Anhieb bestanden war. Irgendwie habe ich das alles aber erst später realisiert, und so ganz begreifen kann ich das wohl immer noch nicht – Ich bin Pilot! Die ersten Glückwünsche durfte ich dann auch von meinen Freunden Andy und Bülent (der auch extra deswegen nach Borkenberge gekommen war) entgegennehmen. Die beiden haben selbst in diesem Jahr ihre PPL-Prüfung bestanden. Nun heißt es warten, denn selber fliegen darf ich erst, wenn ich auch die Lizenz in den Händen halte – das kann noch einige Tage dauern; ich hoffe in der nächsten Woche darauf.

Vielleicht ist es an der Zeit, einigen Menschen jetzt auch einen Dank auszusprechen. Ich möchte mich bedanken bei meinen Fluglehrern Christof, Martin, Sven, Florian und Jochen, die mir alles beigebracht haben, um sicher fliegen zu können und die Prüfung auf Anhieb gut zu bestehen. Dank auch an Michael, Beate und Arno, die das weitere Team der Flugschule bilden. Besonders danken möchte ich an dieser Stelle nochmal meinem Prüfer Thomas, der mich mit seiner ruhigen und fairen Art gut durch die Prüfung geführt hat und so erst gar keine Nervosität bei mir aufkommen ließ.

Danke aber auch an meine Familie, die ebenso immer an mich geglaubt hat wie meine Kollegen und Mitarbeiter, die mir immer, wenn ich fliegen wollte oder Zeit benötigte, den Rücken freigehalten hat.

Meinen „Fliegerkollegen“ und Freund Reinhard K., von dem ich mir unglaublich viel abgeschaut habe, der mir sehr viel erklärt hat und meinen Hunger auf das fliegen immer aufs Neue genährt hat – Du hast mich final „angefixt“ und veranlasst, dass ich es tatsächlich wahr gemacht habe!

Dank an Daniel Sch., den ich aufgrund seines Artikels in der „Pilot und Flugzeug“ angeschrieben hatte und der meine Frau und mich spontan zu sich in seine Küche eingeladen hat, um meine Frau davon zu überzeugen, dass ich den Pilotenschein machen müsse!

Danke natürlich auch an Euch, meine Leser, die mich immer wieder dazu veranlassten, meine Erlebnisse hier noch einmal aufzuschreiben und so vor meinem geistigen Auge noch einmal Revue passieren zu lassen – das hat dem Lernprozess sehr gut getan!

Und ganz zum Schluss an die beste Ehefrau von allen, meine Anne, die meine Gemütslagen ebenso hingenommen hat wie sie mir die Zeit gelassen hat, die ich für diese Ausbildung brauchte und nicht für andere, wichtige Dinge zur Verfügung stand und dafür, dass sie dieses Projekt dann eben doch mitgetragen hat. Das nächste wird wohl eine etwas härtere Nuss, Schatz…

Mein Weg vom Fussgänger zum Piloten, so ist der Untertitel meines Blogs. Ist der Weg nun am Ende angekommen? Mitnichten! Natürlich möchte ich jetzt erst einmal fliegen, und wenn Ihr mögt, dann berichte ich auch weiter von meinen Flügen, die ich ab jetzt alleinverantwortlich tätigen werde. Aber auch die Ausbildung muss nicht am Ende angekommen sein, man kann noch sehr viel Weiterbildung betreiben: Nacht-VFR, IFR oder weiß der Henker was noch alles. Nachtsichtflug steht dabei ganz oben auf der Wunschliste, Ihr werdet dann davon lesen….

Abschließend noch zwei Videos meiner beiden letzten Landungen mit dem vielleicht etwas euphorischen Kommentar von Andreas, der mir diese freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:

Zweiundsechzigste Flugstunde: Prüfungsreif!

Die Wolkenuntergrenze liegt bei 1500 ft, das Dortmunder TAF prognostiziert später gar nur 1000 ft, und das GAFOR des Deutschen Wetterdienstes sieht auch nicht wirklich besser aus. So stellte es sich noch heute morgen dar, und ich war missmutig, ob ich heute überhaupt ans fliegen komme. Kurz mit Fluglehrer Sven B. gewhatsappt, wir treffen uns in der Flugschule und schauen mal. Sven fliegt vorher eine Prüfung in Paderborn (er ist auch zugelassener Prüfer), wir werden sehen, er verspricht besseres Wetter mitzubringen.

Die Vorhersagen werden tatsächlich besser, als ich gegen 14 Uhr in der Flugschule bin und Sven eintrifft. Wir beschließen also zu fliegen, mal sehen was geht.

Diesmal vergesse ich nicht, die Instrumente zu checken, den Transponder einzuschalten oder Taxi- oder Landescheinwerfer einzuschalten. Das Abflugbriefing passt, das Notfallbriefing auch, und los ging es nach Borkenberge.

Der Flug ging sehr ruhig vonstatten, es gab keine Thermik und auch nur leichten Wind, was den Flug sehr angenehm machte. In Borkenberge war ein Low Approach geplant, also ein tiefer Anflug, mit einer Durchstartübung.

Drei mal übten wir dies, ich bekam das auch ganz passabel hin. Der Anflug auf die 07 in Borkenberge soll angeblich so schlimm sein, wie einige meiner (ehemaligen) Mitschüler nicht müde werden zu behaupten; ich finde da ehrlich gesagt nix bei – ein ganz normaler Flugplatz eben. 875 Meter reichen auch völlig aus, um sicher landen zu können…

Danach ging es weiter in Richtung Norden, da wir noch ein wenig Airwork wiederholen wollten. 30 und 45-Grad-Kurven standen auf dem Zettel, ebenso nochmals der Langsamflug mit und ohne Klappen, jeweils mit Stall-Übung. Auch diese waren okay, und dann wurde die IFR-Brille aufgesetzt.

Diese kann man sich wie einen überdimensionalen Sonnenschrim auf der Stirn vorstellen. Dies verhindert, dass man aus aus dem Fenster sehen kann und einen Horizont hat. Man hat nur noch seine Instrumente im Blickfeld. Die Übung dient dazu, einen unbeabsichtigten Einflug in Wolken zu simulieren und eine 180-Grad Umkehrkurve zu fliegen, ohne in eine kritische Fluglage zu geraten. Auch diese Übung geriet zu Svens Zufriedenheit.

Wir machten uns auf den Weg zurück nach Dortmund. Hier sollte noch eine Landung ohne Klappen erfolgen; es schien mein Glückstag zu sein, denn auch diese war recht passabel.

Jedoch das abschließende Abrollen von der Piste war nicht ganz konform: Man ist es irgendwie gewohnt, seine Rollfreigabe zum GAT bereits auf der Piste zu bekommen, und so rollte ich auch ohne darüber nachzudenken weiter. Die Freigabe bekam ich aber erst, als ich am Ende von „Charly“ und schon fast auf dem Taxiway „Mike“ unterwegs war… aua! Der böse Blick von Sven traf mich, und am GAT angekommen bedankte ich mich beim Turm auch ganz lieb und nett und zuckersüß – als Pilot kann so etwas leicht einige Hunderter Strafe kosten. Danke an den Fluglotsen hier noch schnell die Clearence zu geben!

Nun, dennoch war Sven insgesamt guter Laune (der Prüfling in Paderborn hatte auch schon bestanden), und meinte er wolle mich nun zur Prüfung anmelden. Es wird also ernst, Leute!!!

Bilder: Dank an Sven B.!

Einundsechzigste Flugstunde: Katastrophe….

Heute sollte es eine Prüfungssimulation sein, die ich mit Fluglehrer Sven fliegen wollte. Okay, der Titel ist etwas übertrieben, aber ich hatte es mir schon deutlich besser gewünscht.

Dabei war es eigentlich kein kapitaler Fehler, der mich nach dem Flug veranlasste zu sagen, dass ich mir heute keine Lizenz ausgestellt hätte. Es war auch nicht das Fliegen an sich, das passabel war. Aber es waren die vielen Kleinigkeiten, die gestört haben, es war die mangelnde Übung beispielsweise bei der Überzieh-Übung und dem Kurvenflug (was beides bei der Wiederholung dann aber auch klappte – man ist ja lernfähig), es war das vergessene Taxi-Light und der Transponder, den ich erst nach Aufforderung des Turms einschaltete. Und es war die nicht gut genügende Organisation – wenn man in der Luft erst nach der Frequenz von Marl suchen muss, ist auf dem Klemmbrett was verkehrt.

Ok – das Abrollen von der Tankstelle zu Beginn war schon von schlechten Umständen begleitet; noch während unserer Vorflugkontrolle rollte eine weitere Maschine hinter uns, um ebenfalls zu tanken. Wir saßen bereits im Flugzeug, als ein zweiter Fluglehrer, der eben gelandet war, uns aufforderte, das Flugzeug doch schnell wegzuschieben…. wir entschieden uns mit Motorkraft abzurollen und eine andere Parkposition einzunehmen, um die Checks zu vollenden. Dass dabei das Kniebrett mit meiner gesamten Flugplanung herabfiel und sich unter einem Sitz verkeilte war sicherlich nicht die Ursache für den verkorksten Flug, trug aber bestimmt auch dazu bei. Allerdings: Geflogen bin ich, und nur ich habe die Fehler gemacht. Allerdings hoffe ich auch daraus gelernt zu haben. Ich denke nicht, dass mir das in dieser Form wieder passieren wird . Fest vorgenommen habe ich mir schon einmal, dass der Flieger hinter mir mindestens genauso viel Zeit hat wie ich, wenn ich an der Tanke stehe. Und so einiges anderes.

Für heute bin ich bedient – ich denke nächste Woche geht es weiter!