Magdeburg

Es waren gleich mehrere Premieren für mich: Zum ersten Mal ging es zu einem etwas weiter entfernt gelegenen Flugplatz, zum ersten Mal nach Magdeburg-City und Magdeburg überhaupt und vor allem: Zum ersten Mal mit der bEva (=besten Ehefrau von allen)!

Hinzu kam noch, dass wir für unsere Reise zu unseren Freunden an Elbe die N1138Y gechartert hatten, eine C172S mit einem Garmin-Glascockpit.

Damit ich mir hier keine Blöße geben musste, habe ich die Bedienung zu Hause nochmals mittels zweier iPads geübt – ich wollte bei dem Flug keinerlei Unsicherheiten aufkommen lassen!

Trockenübung auf dem heimischen Sofa…
…und das Original im Flugzeug!

Selbstverständlich beobachtete ich seit Tagen die Wettervorhersage, es versprach heute ein schöner Tag in Dortmund beim Start zu werden, nachdem sich eine Wolkendecke am Vormittag aufgelöst haben sollte, und auch in Magdeburg sollten sich ausreichend Wolkenlücken zeigen.

So plante ich meinen Flug über den Wolken. Der Hinflug in Richtung Osten sollte in 5500 ft. erfolgen, zurück nach Westen dann in 6500 ft.; alles also konform der sogenannten „Halbkreisregel“. Auf dem Hinflug wollte ich etwa bei Oschersleben in einen 500 ft/min Sinkflug übergehen, um bei Magdeburg die richtige Höhe zum Landeanflug erreicht zu haben.

Das war der Plan. Leider funktionierte der Plan nur in Teilen…. denn die Wolkendecke bei Oschersleben war eben nicht durchbrochen, sondern dicht. Und da man als Sichtflieger nicht durch Wolken fliegen darf, kamen wir nicht runter. Das war jetzt nicht so schön…

Dennoch teilte ich dem FIS (Flight Information Service), bei dem wir uns für diese lange Strecke angemeldet hatten, mit, dass wir uns eine Lücke suchen wollen und danach die Frequenz verlassen wollten, um mit Magdeburg Verbindung aufzunehmen und zu landen.

Zunächst stiegen wir noch ein wenig weiter, um eine bessere Sicht auf die dichte Watte zu bekommen. Und da war es dann auch: Das „Loch vom Dienst“! Groß genug, dass wir mit unserer kleinen Cessna legal nach unten hindurchschlüpfen konnten…. Puh, Glück gehabt! Allerdings waren wir schon sehr nah am Flugplatz Magdeburg, sodass wir zunächst noch zwei Schleifen drehen mussten um noch ein wenig Höhe abzubauen und auf Platzrundenhöhe zu sinken. Per Funk bei Magdeburg Info angemeldet, die Lande-Infos erhalten sowie die Auskunft, dass unser Empfangskomitee bereits bereit stünde – Wir hatten Britt und Marc seit Ewigkeiten nicht gesehen! Parken durften wir auf dem Parkplatz 09 direkt vor dem Tower (Traumparkplatz für einen Borussen wie mich).

Landung in Magdeburg, aufgenommen vom „Empfangskomitee“. Ein bisschen windig war es…

Nachdem wir uns die Innenstadt von Magdeburg ein wenig angesehen hatten, sehr gut essen waren und uns viel erzählt hatten, wurde es aber auch wieder Zeit an die Rückreise zu denken, da der Flugplatz Magdeburg-City Sonntags bereits um 19 Uhr Ortszeit schließt.

Leider zickte die Cessna beim Start ein wenig herum und soff mir ab. Mit Unterstützung eines freundlichen Helfers, der mir Tipps gab, bekamen wir den Einspritzer doch noch ans Laufen. Derselbe Helfer unterstützte uns dann noch freundlicherweise beim Betanken, denn die Zeit drängte dass wir noch rechtzeitig abheben konnten; wir erinnern uns an eine süddeutsche Fußballmannschaft mäßiger Beliebtheit, die trotz Bayern-Bonuses nicht mehr starten durften, weil sie drei Minuten über der Zeit waren…!

Auf der Piste also Vollgas und dieses Mal auf die vorgesehenen 6500 ft. gestiegen, und wir befanden und jenseits jeglicher Thermik oberhalb einer Inversion, die man erst von hier oben so klar und deutlich erkennen konnte.

Wir meldeten uns wieder beim Fluginformationsdienst an, und es folgte ein ruhiger Flug bis – Bielefeld!

Gerade hatten wir unseren Kurs in Richtung Hamm geändert, kommt uns in etwa auf unserer Höhe, vielleicht ein klein wenig unter uns, von links ein anderes Flugzeug in die Quere! Scheinbar hatte sich dieser Pilot nicht beim Fluginformationsdienst angemeldet, und scheinbar hatte er nicht einmal einen Transponder eingeschaltet, denn sonst wären wir sicherlich voreinander gewarnt worden. So schob ich das Gas voll rein und stieg was das Zeug hielt – und hatte den Eindruck, dass unsere Wege sich vielleicht mit 100 ft. Höhenunterschied gekreuzt hatten.

Liebe Piloten, bitte meldet Euch beim FIS an, oder schaltet wenigstens Euren Transponder ein, denn sowas kann auch in die Hose gehen – und das geht nur einmal schief!

Der Rest des Fluges verlief unspektakulär und ruhig, wir durften direkt in die Kontrollzone Dortmund und dort auch direkt in den Queranflug zur Landung einfliegen; die abschließende Landung gelang bei sehr ruhiger Luft auch butterweich, und die bEva war zufrieden mit ihrem Piloten.

Nachfolgend noch einige Eindrücke vom Flug!

Bei Bad Pyrmont
Kernkraftwerk Grohnde
bEva mit Pilot
Rückflug in 6500 ft.
Hinflug in 5500 ft.

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