Neunundzwanzigste Flugstunde (2): Christof (mit Video!)

Nach dem schnellen Ende am Mittwoch, als die LP leider immer wieder ausging und wir uns daher entschlossen hatten, die Flugstunde abzubrechen, hatte ich mich direkt für heute mit meinem „alten“ Fluglehrer Christof verabredet, um mal wieder ein paar Platzrunden zu schrubben: Erstens ist es ja nun wirklich schon wieder etliche Wochen her, dass ich in der Luft war, und zum anderen sind diese Platzrunden eben das probate Mittel, um das Landen richtig zu erlernen und sich auf den ersten Alleinflug vorzubereiten – denn dann sollte das besser ohne wenn und aber klappen und man selbst auch sicher dabei sein.

Heute stand dann auch wieder die gute, alte KD zur Verfügung. Eigentlich wollte ich es schon am Mittwoch in der LP ausprobiert haben, so gab es dann eben heute die Premiere für meine GoPro-Kamera, so dass der geneigte „Follower“ hier sich einmal ein Bild davon machen kann, wie es in solch einer Platzrunde abgeht. Mein Freund Bülent Y. hat mir noch versprochen eine Halterung zu basteln, die ich außen an einer der Verzurr-Ösen anbringen kann, dort werde ich dann eine zweite GoPro befestigen – ich bin gespannt!

Vorerst also hier die Innenaufnahmen:

Ich freue mich übrigens über Kommentare und Vorschläge!

Neunundzwanzigste (1): Es ist besser nicht zu fliegen als schlecht zu fliegen…

Nachdem es ja nun doch schon wieder eine Weile her ist, dass ich das letzte mal geflogen bin, verabredete ich mich am Montag trotz zunächst mäßiger Wetteraussichten (es waren recht stramme Böen vorhergesagt) für heute Nachmittag mit Fluglehrer Sven zu einer Flugstunde. Es stand ein Flug nach Arnsberg auf dem Programm, dort wollten wir Platzrunden üben und unterwegs noch ein wenig Airwork praktizieren.

Erfreulicherweise sollte es dieses mal wieder die Lima-Papa sein (Der Name erschließt sich aus der Registrierung des Flugzeugs: D-EPLP, sprich Delta Echo Papa Lima Papa. Das D steht für eine Registrierung in Deutschland, das E für die Flugzeugklasse (Einmotorig unter 2 Tonnen und das PLP ist das Unterscheidungskennzeichen). Die LP verfügt gegenüber der KD, mit der wir Flugschüler ansonsten unterwegs sind, über eine etwas stärkere Motorisierung und über eine gehobenere Ausstattung, dafür ist die Flugstunde mit ihr etwas teurer als mit der KD – aber man gönnt sich ja sonst nichts!

Noch bevor Sven erschien schnappte ich mir das Flughandbuch und die Schlüssel, absolvierte den Vorflugcheck und stellte fest, dass getankt werden muss, als Sven auch schon erschien. Gemeinsam schoben wir die C172 um die Ecke auf die Tankstelle und tankten die Cessna voll, denn nach mir wollte auch mein Mitschüler und Freund Bülent Y. noch einige Runden drehen.

Endlich ging es los! Den Motor gestartet, bei der Rollkontrolle angemeldet und Rollen erbeten, und wir bekamen die Rollbahneinmündung C auf der Piste 24 zugewiesen. Losgerollt, abwärts um die Kurve Richtung Taxiway K und das Gas ganz raus auf Standgas und… der Motor ging aus. Nanu? Sven fragte mich noch was ich da tue, ich war mir aber zu Recht keiner Schuld bewusst. Wir starteten die Cessna erneut (nicht ohne von der Rollkontrolle gefragt zu werden was denn unsere Absichten seien…) und setzten unseren Weg, immer noch bergab, fort. Und wieder ging der Motor im Standgas aus. Sven erbat via Funk, dass wir zunächst auf dem Vorfeld an der Seite ausrollen dürfen. Dort starteten wir den Motor erneut und rollten (nunmehr bergauf und mit Gas) zurück zum GAT. Mittlerweile sollte der Motor warm geworden sein, wir erhofften uns dass er nun das Standgas möglicherweise halten würde – aber vergeblich. Als wir vor unserem Hangar ankamen und das Gas völlig herausnahmen erstarb der Motor wieder.

Da es insbesondere in der Fliegerei „Safety First“ heißt entschieden wir uns klar dafür unsere Flugstunde nicht fortzusetzen. Die LP muss wohl zunächst in die Werft und der Fehler beseitigt werden.

Am Freitag möchte ich, dann mal wieder mit Christof und der KD, die nächste Stunde nehmen. Hoffen wir einmal dass es klappt!

Theoretische Prüfung I

Heute hatte ich dann also meine theoretische Prüfung bei der Bezirksregierung Münster. Um 8:30 Uhr ging es los, ich war für alle 9 Fächer angemeldet.

Eigentlich war ich ziemlich fit, mein Ziel war es mindestens 6 Fächer im ersten Anlauf zu bestehen. In jedem Fach werden entweder 8 oder aber 16 Fragen aus ca. 1300 möglichen Fragen insgesamt gestellt; in jedem Fach muss man mindestens 75% der Fragen richtig beantworten.

Leider waren es im Meteorologie dann doch zwei Fehler zu viel, um gleich alles zu bestehen; mein Ziel aber habe ich erreicht. Die Nachprüfung im „durchgefallenen“ Fach werde ich dann mit dem Funkzeugnis kombinieren (wo ich aufgrund des Ergebnisses im Fach „Kommunikation“ ganz gute Hoffnungen habe…). Einen Termin gibt es noch nicht, aber IHR erfahrt es als erstes! 😉

Landung auf dem Flugzeugträger

Die neunundzwanzigster Flugstunde führte mich heute bereits in den frühen Morgenstunden zu einer kurzen Einweisung auf die Landung auf Flugzeugträgern.

Sollte man beispielsweise später einmal bei einem Flug auf einen Drink nach Norderney oder gar Helgoland Probleme bekommen, muss der Pilot wissen, wie er auf einem solchen Schiff notlanden kann – es gilt der alte Luftwaffen-Spruch: „Fehlt der Sprit in deinem Jäger, hilft nur noch der Flugzeugträger!“ Nicht zuletzt um letzte Lücken in der Versorgung mit geeigneten Landeplätzen in der Nordsee zu schaffen plant die EU einen eigenen neuen Flugzeugträger.

Die Flugschule Dortmund chartert deshalb mindestens einmal im Jahr, meist zum 1.4. des Jahres, zu Übungszwecken einen kleinen ehemaligen Begleit-Flugzeugträger der Alliierten aus dem zweiten Weltkrieg, der für einige Stunden seinen Liegeplatz auf dem Hengsteysee findet.

Für den Schulungsflug montierte Fluglehrer Sven zuvor bereits den bei jeder Cessna serienmäßig vorhandenen Fanghaken – auch wenn die Cessna ausgewiesene STOL-Fähigkeiten und gute Bremsen besitzt, ist die Piste auf dem Stahlkoloss doch sehr kurz und der Anflug gestaltet sich auf dem Hengsteysee schwierig. Daher muss im späten Endanflug der am Heck der C172 angebrachte Fanghaken eine der drei Gummitrossen erwischen, damit das Flugzeug rechtzeitig zum stehen kommt – sonst hilft nur beherztes durchstarten!

Klar, dass man als Flugschüler das nicht unbedingt im ersten Anflug gleich hinbekommt, aber bereits beim zweiten Mal gelang es mir in den Gummi einzuhaken – wow, was eine Verzögerung! Nach nicht einmal 100m kommt die Cessna zu stehen, die Lotsen geben zu verstehen das Fluggerät nicht zu verlassen und schieben uns gleich wieder in Richtung des Katapultes. Bereits kurz darauf werden wir wieder in den morgendlichen Himmel des ersten Aprils geschickt…

Achtundzwanzigste Flugstunde: On Top

Heute ginge  es dann auf zur 28. Flugstunde – die erste seit Januar. Fluglehrer Sven rief mich gestern an ob ich Lust hätte – wer hätte das nicht bei dem tollen Wetter! Dortmund meldete CAVOK (Cloud and Visibility OK), Wind 10 Knoten, und mit 18 Grad frühlingshafte Temperaturen. Da macht Fliegen Spaß! Und außerdem sollte es die Lima-Papa sein, die zweite Cessna 172 der Flugschule, die aber viel besser ausgestattet und hübscher und mit einem stärkeren Motor ausgestattet ist als die gute Kilo-Delta – perfekt.

Und da mein Kumpel Jürgen K. aus L. gestern seine praktische Prüfung bestanden hat (nochmal einen fetten GLÜCKWUNSCH an dieser Stelle!!!), bin ich natürlich jetzt heiß darauf auch meine Ausbildung voranzutreiben. Die Anmeldung für die theoretische Prüfung gebe ich am Montag direkt ab.

Also um 13 Uhr hin zum Flughafen, mit Sven zusammen noch schnell den Vogel betankt, gecheckt und ab ging es zu einem Ausflug in das südliche Münsterland.

Grundsätzlich habe ich wohl nichts verlernt, aber wenn man es länger nicht gemacht hat, dann stolpert man doch schon hin und wieder beim funken über die richtige Phrase… aber es war zumindest keine Katastrophe, und Rollkontrolle und Turm meckerten auch nicht. Ich denke auch dass das, wenn ich jetzt wieder des öfteren fliege, sich wieder gibt. Es zeigt mir aber auch dass man nach jeder Winterpause wohl auch wieder etwas üben muss, um keine Verwirrung im Äther zu stiften – das gilt bestimmt auch für fertig gebackene Piloten.

Hier könnt Ihr unsere heutige Route sehen:

Bildschirmfoto 2019-03-30 um 15.57.11.png

Mitgeloggt habe ich die Tour mit Jeppesen Mobil Fight deck VFR, einem Flugnavigationsprogramm für das iPad.

Auf dem Programm standen heute ein Steigflug auf 7500 Fuß Höhe, über die heute aufgelockerte Bewölkung. Dort ist es viel ruhiger als unterhalb der Wolken, denn hier herrscht keine Thermik mehr, die einen ansonsten bei dem heutigen sonnigen Wetter gut durchschüttelt. Wie man erkennen kann, sind wir auch einige Kurven geflogen: Die erste bei Borkenberge mit 30° Schräglage, die beiden folgenden mit 45° Schräglage – wenn man hier nicht aufpasst wird einem schon mal etwas schwummerig und es dreht sich alles; unter Umständen kann so etwas zu vollständigem Kontrollverlust führen. Wie so vieles ist aber auch dies eine Sache der Gewöhnung – mit der Zeit wird man da wohl auch etwas unempfindlicher.

Des weiteren stand heute ein Langgsamflug auf dem Ausbildungsprogramm. Hierzu nimmt man die Drehzahl auf etwa 1600 U/min zurück und versucht dabei die Höhe zu halten, indem man am Steuerhorn zieht. Bei der Lima-Papa hält man dann eine Geschwindigkeit von 60 Knoten (man gibt dann wider Gas, um die Höhe und Geschwindigkeit zu halten) und ignoriert die Stall-Warnung (Warnung vor Strömungsabriss). Beendet wird der Zustand, indem man das Steuerhorn nach vorne drückt und Vollgas gibt – das Flugzeug nimmt wieder eine normale Fluglage ein.

Nachdem wir uns wieder beim Dortmunder Turm zurückgemeldet hatten, durften wir direkt in den rechten Gegenanflug auf die Piste 24 gehen. Die abschließende Landung hätte mal wieder etwas besser sein können, aber ich schiebe das mal auf die jetzt doch etwas mangende Routine – es war seit Mitte Oktober erst der zweite Flug für mich. etwas häufiger möchte ich demnächst dann doch schon fliegen!

Nach dem Erreichen des GAT konnte ich dann zufrieden die Maschine abstellen. Ein toller Flug ging zu Ende!

IMG_3825

In 7500 Fuß Höhe sieht alles doch sehr klein aus

 

IMG_3827

Blick aus dem Cockpit über die Wolken

 

IMG_3826

Der „Arbeitsplatz“IMG_3823

Zufriedener Flugschüler 🙂

Reif, reif, reif, reif für die Prüfung…

Nachdem mittlerweile schon wieder einige Zeit ins Land gegangen ist, seitdem ich mich das letzte mal hier gemeldet habe, kann ich somit heute vermelden:

Alle Bedingungen zum Ablegen der theoretischen Prüfung habe ich erfüllt. Ausbildungsleiter und Fluglehrer Martin meldet mich jetzt zur theoretischen Prüfung an, für die ich dann in den nächsten Tagen in den freien Minuten weiter büffeln werde.

Unter Druck funktioniere ich irgendwie besser – ich wollte das ja eigentlich schon längst erledigt haben…!!

Jetzt wird es also zum ersten Mal ernst – ich halte Euch auf dem laufenden!

Vorbereitung auf die theoretische Prüfung

Irgendwann muss es ja mal sein: Die theoretische Prüfung steht an. Nach Absprache mit dem Ausbildungsleiter Martin, den ich auch als Fluglehrer und Funkausbilder kennengelernt habe, möchte ich die Prüfung etwa in der zweiten Märzwoche ablegen.

Grundvoraussetzung hierfür sind der bereits bestandene Online-Lehrgang, der 100 Ausbildungsstunden im Selbststudium nachweist, sowie 10 nachfolgende Präsenzunterrichtsstunden, die ich zum Teil bereits geleistet habe und die ich bis dahin komplettiert haben muss.

Die abgeschlossene theoretische Prüfung ist auch für die praktische Ausbildung wichtig, weil ich ansonsten irgendwann nicht mehr weiterkomme und meine entsprechenden Pflichtstunden nicht im Alleinflug durchführen kann. Immer noch möchte ich bis zum Frühsommer meine Lizenz in den Händen halten!

Die Vorbereitung zur theoretischen Prüfung führe ich mit Hilfe der App „iPilot“ durch. Diese enthält alle veröffentlichten Fragen der Prüfung, das sind 75% der möglichen Fragen. Die restlichen 25% bestehen aus Fragen, die nicht veröffentlicht sind. Zum Bestehen der Prüfung muss man in jedem Fach mindestens 75% richtig beantwortet haben. Erreicht man dieses in einem oder mehreren Fächern nicht, kann man diese jedoch bei einem zweiten Prüfungstermin nochmal machen – bis zu vier Versuche sind in jedem Fach möglich. Hat hat dann nicht alle Fächer bestanden, muss die gesamte Prüfung wiederholt werden.

iPilot bildet die entsprechenden Prüfungsfächer ab und ermöglich es, falsch beantwortete Fragen als „Knacknüsse“ zu wiederholen – so oft bis es „sitzt“. Zur Unterstützung nehme ich mir gegebenenfalls noch ein Lehrbuch hinzu ( „Motorflug kompakt“ von Winfried Kassera ist hier das Standardwerk) oder google auch einfach mal danach. So kann das Üben genauso bequem mit dem Tablett auf der Couch stattfinden wie das Schreiben dieses Blogs – oder auf dem Handy im Wartezimmer, der Mittagspause oder wo man ansonsten ein paar Minuten Zeit findet.

Ich hoffe natürlich gleich im ersten Versuch alle Fächer zu bestehen, fände es aber auch nicht schlimm wenn es nicht alle sind, die sofort klappen. Dann kann ich mich ganz entspannt und intensiv auf den Rest vorbereiten.

In jedem Fall werde ich hier berichten, Ihr seid die ersten, die von Erfolg oder Misserfolg erfahrt! 😉