Dreiundvierzigste Flugstunde: Greaser

Nachdem ich am Sonntag mit Sven für heute eine Flugstunde verabredet hatte, trafen wir uns am Nachmittag um wieder ein paar Runden um Dortmund zu drehen.

Also die Kilo-Delta genommen und zunächst drei Platzrunden gedreht, die letzte Landung ohne Klappen geübt und einen zufriedenen Fluglehrer am GAT abgesetzt mit dem Auftrag, noch fünf weitere Runden zu drehen – die ersten nach meinem Urlaub, denn heute fühlte ich mich auch gut in der Lage dazu, denn die vorangegangenen Landungen waren recht gut gelungen und stärkten das Selbstvertrauen.

Zu erwähnen ist sicher, dass der recht schwache Wind ziemlich genau auf der Bahn stand, es also so gut wie keinen Seitenwind gab, was die Angelegenheit leichter machte – die geschlossene Wolkendecke trug dazu bei das Thermik nicht spürbar war. Alles in allem perfektes Anfängerwetter.

Und so gelangen die Platzrunden auch wirklich gut! Die Landungen waren butterweich (daher der englische Ausdruck „greaser“), mittig auf der Bahn und machten so richtig Spaß!

Ihr könnt Euch dann im Video die Solorunden ansehen und Euch selbst überzeugen.

So macht es einfach einen Riesenspass!

Zweiundvierzigste Flugstunde: Seitenwind

Nach drei Wochen endlich mal wieder in der Luft!

Nach einem wirklich schönen Urlaub mit meinen anderen beiden Leidenschaften, der besten Ehefrau von allen und unserem Oldtimer, freute ich mich natürlich auf den ersten Flug danach.

Natürlich vermasselte ich ein klein wenig den Funk zu Anfang (nix wildes, und die Dortmunder Rollkontrolle half mir freundlich über den Berg), und ich bemerkte noch gegenüber einem grinsenden Christof, dass ich mich wie ein Flugschüler benehme, aber dann rollte ich endlich auf die Piste 24 und startete!

Der Wind kam heute zunächst aus nordwestlicher Richtung und stand somit ziemlich seitlich auf der Bahn. Das ist beim Start noch weniger problematisch, beim Landen kann es aber, vor allem wenn es böig ist, unangenehm werden. Christof meinte aber dass dies mal eine ganz gute Übung sei. Nach dem Start ereilte uns dann auch doch eine unerwartet starke Thermik – ich hätte ob des bewölkten Himmels mit deutlich weniger gerechnet!

Die erste Landung war dann auch alles andere als prächtig. Also eine weitere Platzrunde gedreht… die nächste war schon besser, die dritte saß ganz gut. Ich glaube nach der vierten Runde kam dann die Ansage vom Turm, dass man die Piste drehen wolle, und ob wir erst noch auf der 24 landen wollen und dann auf die 06 gehen wollen, oder ob wir sofort die 06 nehmen möchten. Wir wollten dann doch sofort auf der 06 landen und drehten also um 180 Grad.

Der Wind hatte also zwischenzeitlich auf Nordost gedreht, und da man immer gegen den Wind startet und landet hatte der Turm sich dazu entschieden.

Dennoch kam ja auch jetzt der Wind nicht direkt von vorn, sondern hatte zunächst noch eine kräftige Seitenwindkomponente, die es beim Landen zu beachten galt. Dementsprechend musste man vorhalten, um möglichst mittig auf der Bahn zu bleiben, und rechtzeitig einkurven , um den Endanflug gut hinzubekommen.

Eigentlich funktionierte das recht passabel, auch wenn es keinen Schönheitspreis dafür zu gewinnen gab.

In der letzten Platzrunde dann, als es zur Abschlusslandung ging, kurvte ich also auch etwas früher ein als gewöhnlich, da ich mit Seitenwind rechnete – aber da war keiner. Also war ich etwas zu früh eingekurvt (was nun auch kein Beinbruch ist, aber auch nicht unbedingt sauber) und musste korrigieren. Das kommt davon wenn man weder auf die Ansage vom Turm hört, der einem ja vor jeder Landung Windrichtung und -stärke ansagt, noch auf den Windsack achtet! Wieder etwas gelernt….!

Nun, also wir dann zurück zum GAT rollten, waren Christof und ich einer Meinung: Wir geben dem Flugschüler Peter für heute mal eine Drei… aber nur mit Rücksicht auf die Eltern! 😉

Einundvierzigste Flugstunde: Ausreichend minus

Heute hatte ich mich richtig auf das Fliegen gefreut. Aber ich ahnte schon dass es ungemütlicher wird: Die Nacht war relativ kalt, es gab trotz nachmittags guter Wärme ordentlich viele Cumulus-Wolken, das lies auf starke Thermik schließen. Und so stellte es sich dann auch heraus.

Die Runden mit Christof waren dann auch maximal mittelprächtig. Ich möchte es mal so formulieren: Ich habe zumindest nichts kaputt gemacht. Aber die Landungen waren alles andere als gut (außer eine, die richtig weich gelang – der Ehrentreffer sozusagen), und als Christof mich fragte, ob ich noch einige Runden alleine fliegen wolle, habe ich dankend abgelehnt – mir fehlte einfach die Konzentration (ich vergaß sogar die Kamera einzuschalten, daher gibt es heute kein Video) und wohl auch das Selbstvertrauen. Aber, frei nach einem Politiker: Es ist besser nicht zu fliegen, als schlecht zu fliegen!

Und als ich dann schließlich zu Christof sagte, dass ich mir, wenn ich mir eine Schulnote geben müsse, allenfalls eine „Vier“ geben würde, meinte er nur lakonisch: „Kommt hin!“

Nun ist erst einmal einige Tage Pause, im Juli geht es weiter!

Dennoch ein paar Worte zur Erklärung und ein kleiner Einblick in die Maschine:

Vierzigste Flugstunde: Echo-Sierra-November-Whisky

Gestern ging es dann gleich munter weiter mit der Ausbildung. Mit Fluglehrer Sven ging es nachmittags bei bestem Flugwetter los. Wir starteten mit einer Notfallübung (Triebwerksausfall beim Start), starteten danach durch und flogen den Pflichtmeldepunkt Echo an. Von dort ging es in einer Rechtskurve in Richtung Pflichtmeldepunkt Sierra an der Ruhr entlang. Der Plan war nun auf der 06 aufzusetzen und durchzustarten – der Turm schickte uns aber zunächst in zwei Vollkreise, da anderer Verkehr Vorrang genoss. Schließlich ging es zum Aufsetzen und Durchstarten, und wir nahmen danach Kurs auf den Pflichtmeldepunkt November, um danach von dort aus wieder in Richtung Westen abzudrehen mit dem Ziel Whisky. Der anschließende Einflug in die Kontrollzone erwies sich als problemlos, der Anflug und anschließendes Touch & Go waren akzeptabel.

Die „V“ in den blauen Punkten sind die Pflichtmeldepunkte. (Auszug aus SkyDemon)

Aber noch nicht genug der Notfallübungen: Sven hatte noch eine Ziellandeübung für mich auf dem Zettel. Also auf dieses mal knapp 2500 Fuß Höhe steigen, Maschine über die Schwelle manövrieren, Vergaservorwärmung rein und das Gas raus. Um es kurz zu machen: Die Cessna setzte genau auf der Schwelle auf, die Landung war angenehm weich. Noch einmal Durchstarten und zur Abschlusslandung.

Howe wollte Sven dann aussteigen und sagte mir, ich solle noch einige Runden alleine drehen, das Wetter ist optimal und wir wollen den Lernerfolg von Vortag ja festigen.

Nachdem Sven dann die Maschine am GAT verlassen hatte, meldete ich mich wider beim Turm und bekam die Freigabe.

Ich drehte noch vier schöne Runden (eine davon führte mich wegen eines verlängerten Gegenanflugs über den Phönixsee – da war ich vorher noch nie!), die Landungen waren zunächst passabel, später sogar ganz gut. Aber der Tag steckte mir do h in den Knochen, ich bemerkte dass meine Aufmerksamkeit nachließ und sich Müdigkeit breit machte, daher beschloss ich es für den Tag gut sein zu lassen und landete.

Gute eineinhalb Stunden war ich in der Luft, davon eine gute halbe Stunde wieder alleine – ein toller Abschluss für einen schönen Sommertag!

Nach der Landung rollte ich direkt an die Tankstelle, wo bereits Sven mit dem nächsten Flugschüler Bülent wartete. Ich half noch beim Betanken der Maschine und bekam mein durchaus positives De-Briefing von Sven.

So langsam wird es was mit der Fliegerei!

Neununddreißigste Flugstunde: Und jetzt bin ich wieder allein, allein…

Da ich heute morgen ja mit Martin geflogen war und noch ein wenig Zeit hatte, schlug mir Martin vor dass ich es doch mal allein versuchen sollte. Er müsse auch zur Arbeit auf den Turm… So würde ich an den Chef der Flugschule und Fluglehrer Michael „weitergereicht“, begab mich noch einmal durch die Sicherheitskontrollen, sagte den Mädels dort dass es dem Fluglehrer zu unsicher sei mit mir zu fliegen und dass ich das besser mal ohne ihn machen solle – ich weiß nicht wo ich noch den Humor hernahm, denn eigentlich ging mir ziemlich die Düse. Das legte sich aber im Flieger wieder, wo ich einfach alles wie immer machte, vielleicht habe ich die Checklisten noch akribischer abgearbeitet als beim Flug vorher mit Martin. Bei der Rollkontrolle angemeldet, diesmal mit dem Zusatz dass es ein Soloflug sei, zur Bahn gerollt, die Frequenz auf den Turm gewechselt (wo Martin jetzt saß) und ab damit…. ein ganz normaler Start, eine ganz normale Platzrunde, und es gab weder Grund noch Zeit für Panik – dafür aber ein unbeschreibliches Glücksgefühl! So frei und unbeschwert wie man sich fühlt, es ist schwer in Worte zu fassen. Das ist der Moment auf den man monatelang hingearbeitet hat, ein weiterer Meilenstein in der Ausbildung.

Das Aufsetzen und Durchstarten gelang wunderbar, die folgende Platzrunde hielt noch einen Vollkreis für mich bereit (ich hatte nichts dagegen), danach informierte mich der Tower noch über eine Feuerwehrübung am Platz… ich solle mir keine Sorgen machen. Tat ich auch nicht – auf dem Video sieht es vielleicht witzig aus, dass extra für mich die Flughafenfeuerwehr ausgerückt ist… aber so schlecht war ich wirklich nicht.

Die folgende Abschlusslandung gelang wie die beiden vorherigen, ich kann also fliegen!

 

Achtunddreißigste Flugstunde: Platzrunden mit Martin

Wie schon vor längerer Zeit geplant, hatte ich heute morgen eine Flugstunde mit Martin. Es standen Platzrunden auf dem Programm, eine Durchstarte-Übung haben wir auch noch einmal gemacht.

Im Gegensatz zur letzten Flugstunde mit Florian hatten wir heute Kaiserwetter: Wolkenloser Himmel, nur ganz leichter Seitenwind aus südlichen Richtungen, und morgens, wo es noch wenig Thermik erst gibt. Thermik sind ja aufsteigende Luftpakete. Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Boden, und dieser wiederum erwärmt die Luft, die nachfolgend aufsteigt, da warme Luft eine geringere Dichte hat als Kälte und deswegen „leichter“ ist. Beim Aufsteigen kühlt sie sich wieder ab, deshalb steigt sie nur so weit auf, bis sie wieder die Temperatur der sie umgebenden Luft hat. Dabei kondensiert das in ihr gelöste (als Wasserdampf enthaltene) Wasser, es bilden sich die bekannten Cumulus-Wolken („Schäfchenwolken“). Von daher ist direkt unter einer Wilke mit Thermik zu rechnen, darüber eigentlich nicht mehr.

Wie also gesagt, es gab keine Thermik heute morgen, diese setzte erst gegen Mittag ein, und so war es ein ruhiges Fliegen mit gelungenen Landungen. Insgesamt war Martin sehr zufrieden mit mir – ein gutes Gefühl!

Leider hatte ich vergessen, meine Kamera einzustellen – was sich aber dann später aber als Glücksfall herausstellen sollte. Dazu aber mehr in der nächsten Folge!

Siebenunddreißigste Flugstunde: Das Ziel vor Augen

Auf die heutige Flugstunde habe ich mich besonders gefreut: Es ging mit Florian in die Luft. Mit ihm war ich schon lange nicht mehr geflogen.

Eigentlich hatten wir zunächst überlegt nach Arnsberg zu fliegen; nachdem wir aber ein wenig über meine Ausbildungsfortschritte gesprochen hatten meine Florian dass es besser wäre in Dortmund zu bleiben und das Ziel „Alleinflug“ zu verfolgen; ein anderer Flugplatz wäre da jetzt eher hinderlich als förderlich, und so beschlossen wir sowohl Platzrunden zu fliegen, aber auch Notverfahren, in diesem Fall Ziellandeübungen, zu praktizieren. Diese hatte ich bis dahin nämlich auch noch nicht absolviert.

Bei der Ziellandeübung wird das Flugzeug in einer Höhe von 2000 bis 2500 Fuß (in Dortmund) über die Schwelle der Landebahn gebracht; dann zieht man die Vergaservorwärmung und das Gas ganz heraus; der Motor ist nun im Leerlauf. Simuliert wird so ein Triebwerksausfall. Die Aufgabe besteht nun darin, das Flugzeug nach Möglichkeit genau auf der Schwelle zu landen. Dafür nimmt man die Geschwindigkeit für das beste Gleiten ein (bei der C172N sind das 71 Knoten – so kommt sie am weitesten) und teilt sich seinen Anflug so ein, dass es eben hinkommt.

Beim ersten Mal habe ich zu viel Platz verschenkt, wir hätten allenfalls eine Landung auf einem Acker in der Nähe des Flughafens hinbekommen. Also durchgestartet und gleich noch einmal. Beim zweiten Mal hat es schon besser gepasst, ich habe zwar nicht auf der Schwelle, aber immerhin so auf der Landebahn aufgesetzt, dass auch ein Durchstarten danach noch möglich war. Und da aller guten Dinge drei sind haben wir die Übung auch ein drittes Mal gemacht, und diesmal saß die Landung perfekt.

Überhaupt die Landungen heute: Wir hatten, ganz entgegen meiner Erwartung, nicht nur eine ekelhafte Thermik, die das Fliegen regelrecht in Arbeit ausarten ließ, sondern bisweilen auch kräftige Böen von der Seite. Wie bei Böen aber eben üblich nicht konstant, sondern unvermittelt. Und das machte weder den Steigflug noch die Landungen leicht für mich.

Nun gibt es zwei Techniken, um bei Seitenwind zu landen. Die eine ist, das Flugzeug im Sinkflug gegen den Wind zu drehen und erst im letzten Moment vor dem Aufsetzen gerade auf die Landebahn auszurichten. Dies habe ich versucht, und die Landungen gerieten bisweilen holprig, aber in keiner Weise gefährlich oder wirklich schlecht.

Wie Florian mir erklärte ist es für ein solch kleines Flugzeug wie die C172 besser, die Landebahn gerade anzufliegen und auf der dem Wind zugewandten Seite die Tragfläche etwas hängen zu lassen; so setzt man dann auch mit dem entsprechenden Rad zuerst auf und minimiert die Gefahr vom Wind „umgeworfen“ zu werden und sich möglicherweise du überschlagen.

Insgesamt wieder ein sehr lehrreicher Flug für mich, der mich wieder näher an den ersten Alleinflug gebracht hat. Und so steht heute im Ausbildungs-Protokoll auch nicht „Platzrunden“, sonder „Vorbereitung auf Alleinflug“.

Montag fliege ich mal wieder mit Martin – da freue ich mich auch drauf!

Video folgt wieder….