Einundzwanzigste Flugstunde: Business as usual

Heute ging es mit Christof zur 21. Flugstunde. Auf dem Plan standen wie immer Platzrunden. Anders als bei meiner letzten Flugstunde gab es zumindest auch zu Beginn kaum Wind, es war aber bei weitem nicht so heiss und so hatten wir heute auch kaum Thermik, die uns durchschütteln konnte.

Später frischte der Wind aber ein wenig auf, so dass wir 6-7 Knoten Seitenwind aus nördlichen Richtungen hatten. Insgesamt aber war es ein angenehmer Flug, bei dem es auch mit dem Funken klappte und inklusive der Abschlusslandung insgesamt sieben Landungen hinlegten – zusammengenommen sind es für mich jetzt schon 99 Landungen, und ich merke wie mir das immer besser gelingt.

Montag soll es dann, Wetter vorausgesetzt, zu meiner 100. Landung gehen.

Zwanzigste Flugstunde: Turbulenzen

Heute, so dachte ich, wird das echt eine leichte Flugstunde. Die Kühltürme der umliegenden Kraftwerke ließen ihren Dampf senkrecht nach oben ab, der Windsack hing schlaff herunter, und Martin auf dem Turm gab an, dass es keinen Wind gäbe.

Ok, beim Start merkte man dann doch, dass ein wenig Wind schon nicht schlecht gewesen wäre, denn die Steigleistung war miserabel. Die Platzrundenhöhe errichten wir eigentlich erst im Gegenanflug. Und so wie der Start war, gestaltete sich auch der Landeanflug nicht so prickelnd, denn die Thermik packte ein ums andere mal zu und ließ den Endanflug kaum kalkulierbar werden – mal war man etwas zu hoch, mal kam man zu flach herein.

Nach der zweiten Platzrunde wechselte die Piste von der 06 auf die 24, wir schwenkten mit einer entsprechenden Rechtskurve in den entgegengesetzten Gegenanflug und setzten zur Landung an. Im späten Endanflug, schon über der Piste, passierte es dann: Eine Windhose, die natürlich so nicht zu sehen war, griff unter unsere rechte Tragfläche (und nur unter die rechte), hob diese an und ließ und bei einer Geschwindigkeit von nur noch um die 80 Knoten in eine Schräglage von ca. 45 Grad kommen – eine Situation, die für mich völlig unvermutet und plötzlich kam und in der ich im Nachhinein froh war dass Christof neben mir saß und geistesgegenwärtig und richtig reagierte und blitzschnell das Ruder übernahm (was ich auch intuitiv ihm augenblicklich überließ). So kamen wir dann doch gut wieder auf die Erde. Dennoch starteten wir noch zwei mal durch und setzten unsere Platzrunden fort – bange machen gilt nicht! Die immer stärker und häufiger auftretenden Turbulenzen ließen es uns danach aber dann gut sein lassen und die Flugstunde mit einer langen Abschlusslandung abschließen.

Aufgrund der Turbulenzen gerieten die Landungen leider nicht so weich wie in der letzten Flugstunde, waren aber akzeptabel. Was diesmal wirklich mal geklappt hat war endlich das funken – wird ja auch Zeit! Ob es an Martin lag, der wieder auf dem Turm sass…? 😉

Morgen soll es, etwas geringere Turbulenzen vorausgesetzt, weiter gehen….

Neunzehnte Flugstunde: Zurück am Himmel

Nach langer Pause – ein unfreiwilliger „Urlaub“ und eine Hitzewelle, bei der die Flugschule den Flugbetrieb eingestellt hatte, da in den Flugzeugen Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius herrschten, hatten mich gegrounded. Heute ging es dann wieder los: Meine Platzrunden warteten!

Nachdem ich die C172 getankt hatte ging es mit Christof los. Die 24 war in Betrieb, und uns wurden zunächst Rechtsplatzrunden vorgegeben. Die erste Runde verlief unspektakulär, allerdings etwas niedriger als normal üblich, da die Wolken sich nur langsam heben wollten. Im Queranflug könnten wir dann aber schon sehen, dass es mit einer Landung wohl nichts werden würde: Eine andere Maschine befand sich noch im späten Endanflug und würde die Landebahn wohl kaum rechtzeitig räumen können. Prompt kam in unserem Endanflug dann auch die Aufforderung des Towers, dass wir durchstarten sollten.

Das hieß also Vollgas geben und unsere Landekonfiguration wieder auf Steigflug umstellen und dann rechts neben der Landebahn das Flugfeld zu überfliegen, dabei nach Möglichkeit Höhe gewinnen und in eine normale Platzrunde erneut einzuschwenken. Also auch einen Go-Around mal absolviert – man will ja schließlich alles mal gemacht haben.

Die erste Landung dann war noch etwas holperig, die nächsten aber immer besser und weicher – so fand nicht nur ich das klasse, auch Christof sagte nichts („Wenn ich nichts sage ist es gut!“), und so war ich mit der fliegerischen Leistung zufrieden.

Jedoch habe ich noch wirklich Nachholbedarf beim Funken. Eventuell bin ich ja auch einfach zu nervös, aber ich habe das Gefühl Mitleid mit den Türmern haben zu müssen, die sich mit solch einem Honk wie mich beschäftigen müssen… das schlimme ist ja dass ich es eigentlich richtig weiß, aber dann irgendwie verpeilt bin… ich werde wohl auch hier noch etwas üben müssen!

Montag geht es weiter – am Wochenende möchte ich die Flugtage in Soest besuchen. Vielleicht sieht man sich ja!

Kurzer Zwischenstand Theorie

Da ich mich ja seit dem 16. Juli in Schweden im Urlaub befinde, kann ich natürlich derzeit keine Flugstunden nehmen. Dafür nutze ich die Zeit, um in der theoretischen Ausbildung weiter zu kommen.

Insgesamt sieht mein Programm von Civil Aviation Training (CAT) 15 Lernfelder vor, die jeweils mit einem Online-Testat abgeschlossen werden müssen. Danach berechtigt dieses Testat zur Teilnahme an einem Präsenzunterricht zum selben Thema – insgesamt muss ich 10 Zeitstunden Präsenzunterricht nachweisen, bevor ich zur theoretischen Prüfung zugelassen werde. Für diejenigen unter Euch, denen das unlogisch vorkommt: Das tut es mir auch, denn normalerweise kenne ich es auch aus meiner beruflichen Praxis (ich bin Geschäftsführer eines Bildungsträgers) so, dass zuerst der Unterricht erfolgt, dann eine Selbstlernphase mit Prüfungsvorbereitung und abschließend ein Test. Aber, gut, ich füge mich auch dieser Seltsamkeit…

Mittlerweile habe ich gerade vorhin mein zehntes von den 15 vorgesehenen Testaten erfolgreich abgelegt. Durchschnittlich habe ich hierbei durch reines Selbststudium 85,6% der Fragen richtig beantwortet. In der echten Theorieprüfung müssen in jedem der acht Prüfungsfächer mindestens 75% der Fragen richtig beantwortet werden.

Ich bin also auf einem ganz guten Weg, wenngleich da noch Luft nach oben ist. Mein Plan für das weitere Vorgehen ist jetzt so, dass ich die restlichen 5 Bereiche noch abarbeite wie bisher, zusehe dass ich die 10 Pflichtpräsenzstunden zusammen bekomme und dann also abschließende Vorbereitung noch das Lehrbuch „Motorflug kompakt“ einmal durcharbeite sowie die Fragen in der Handy-App „iPilot“ (kostenlos, mit den offiziellen Prüfungsfragen!) beantworte. Das tue ich auch jetzt schon immer mal wieder nebenbei, denn das Handy hat man ja eh immer dabei, und wenn man mal ein paar Minuten Zeit hat oder auf etwas wartet kann man auch etwas für die Fliegerei tun. Darüber hinaus gibt es zwei DVD-Reihen, einmal zur Wetterkunde und einmal zur Navigation bzw. Funknavigation, die ich mir noch ansehen werde.

Ich hoffe auf diese Weise eventuell noch vor September die theoretische Prüfung ablegen zu können, denn im September soll es noch einmal mit dem Oldtimer an den Gardasee gehen…

Übrigens: Ich freue mich über Kommentare, Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik sowie auch Lerntipps oder Anregungen von Piloten, anderen Flugschülern sowie natürlich auch Fluglehrern hier! 🙂

Erneutes Intermezzo: Flug nach ESGE Borås

Leider erkrankte mein Vater plötzlich im Urlaub in Schweden, so dass ich meinen befreundeten Piloten Reinhard K. ansprach, ob er mich kurzfristig nach Borås bringen könne. Er konnte, und so starteten wir gestern um 11:30 Uhr (0930 UTC) in EDLW. Es ging IFR über Osnabrück, Bremen, an Kiel vorbei die Ostseeküste Jütlands entlang bis Aarhus, wo wir dann Richtung Osten abbogen und südlich von Göteborg das schwedische Festland erreichten. Göteborg Control erlaubte uns dann auch alsbald den direkten Anflug auf Borås-Viared, ein kleinerer Flugplatz mit 700m Asphaltbahn (04/22), der von einem aktiven Flugklub betrieben wird. https://www.borasflygklubb.se

Nach der Landung dann die positive Überraschung: Es gibt weder Lande- noch Parkgebühren, und es war auch möglich Avgas 100LL zu tanken.

Da das Wetter unterwegs wie so oft in diesem Sommer außergewöhnlich gut war, hatte ich die Gelegenheit ein paar Bilder in FL 150 (Fluglevel 150 – etwa 5000 m) zu schießen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Besonderen Dank noch einmal an Reinhard für diese schöne Reise – und meinem Vater geht es auch schon wieder besser!

Auf geht es Richtung Norden!

Über den (wenigen) Wolken…

An der deutschen Ostseeküste

Entlang der Küste Jütlands kann man den einen oder anderen Offshore-Windpark erkennen

Skagerrak

Tanken in ESGE

Achtzehnte Flugstunde: Wenn sich alles in Kreisen bewegt…

Nach über einer Woche Abstinenz von der Fliegerei galt es heute wieder Platzrunden zu fliegen; die geplante Flugstunde am Montag musste ich aus beruflichen Gründen leider absagen.

Aber irgendwie war heute der Wurm drin. Nachdem FL Christof zugestiegen war und die Maschine gestartet war, rief ich die Rollkontrolle und hörte außer einem Grundrauschen nur wenig heraus. Meine Bemühungen das vermeintlich gehörte zurückzulesen endete mit einem verständnislosen Blick Christofs, der sogleich auch hastig den Funk übernahm und das offenkundig tatsächlich von der Rollkontrolle gesagte wiederholte, was aber etwas völlig anderes war als das was ich verstanden hatte. Über dem Dortmunder Tower schwebte ein großes Fragezeichen, und ich kann nachvollziehen dass man sich fragte ob der Flugschüler dort unten am GAT auch noch ganz nüchtern ist (was er, das sei dem geneigten Leser versichert, absolut der Fall war!). Diese Verständigungsschwierigkeiten setzen sich nicht nur fort, sondern lösten dann bei mir auch eine Verunsicherung aus, so dass ich beispielsweise grundlegende Dinge ausließ, mein Rufzeichen nur in der Kurzfassung nannte obwohl mich der Tower mit dem kompletten anrief (Beispiel: Mein komplettes Rufzeichen lautet D-EFKD (Delta – Echo – Foxtrott – Kilo – Delta), wenn aber der Turm mich nur mit D-KD anspricht, dann darf ich ihm auch so antworten – aber nur dann!). Und so funkte Christof heute für mich, was ich persönlich nicht zwingend als einen Rückschritt sehe, denn irgend etwas stimmte mit meinem Headset offenbar nicht. Wie sich später herausstellte hatte sich eine Verschraubung gelöst, das Headset fiel fast auseinander, und der rechte Kopfhörerteil könnte das Ohr auch nicht mehr richtig umschließen. Dennoch mag ich das alles heute nicht allein auf das Headset schieben, denn erstens hätte ich als Pilot dieses auch auf seinen ordnungsgemäßen Zustand hin zuvor überprüfen müssen (wieder was gelernt!), zum anderen hätte ich mehr Disziplin an den Tag legen müssen, wenn ich den Funkknopf betätige. Vielleicht schaue ich auch besser noch einmal in meine BZF-Unterlagen.

Kommen wir zum fliegerischen Teil. Auch dieser gestaltete sich heute etwas ungemütlicher, das wir ständig wechselnde Winde am Platz hatten und selbst die Airliner immer wieder beim Tower erkundigten, wie der Wind dort weht. Ein Airbus startete kurz vor dem Platz gar durch und führte einen erneuten Anflug aus, offenbar hatte er den Wind falsch eingeschätzt. Aber – mir ging es da nicht besser als den „Kollegen“ in den großen Maschinen, denn auch meine kleine Cessna wurde zum einen ordentlich von der Thermik gepackt und hatte beim Endanflug mit einer kräftigen Seitenwindkomponente zu kämpfen. So gelangen die Landungen auch nicht so sanft wie bei der letzten Abschlusslandung, ich fing die Maschine teils zu spät ab und wir setzten bisweilen härter auf als gewünscht.

Das Starten jedoch stellt mittlerweile keine Probleme mehr dar, das fliegen an sich auch nicht. Dies durfte ich heute ganz besonders intensiv üben, denn aufgrund eines doch etwas stärkeren Verkehrsaufkommens am Dortmunder Airport musste ich insgesamt drei (!) Vollkreise innerhalb der 40 Minuten, die ich in der Luft war, fliegen (landläufig „Warteschleife“ genannt) und durfte zudem auch mehrmals meinen Gegenanflug verlängern, um anderem Verkehr, der sich im Anflug befand, auszuweichen. Immerhin klappte dies alles zufriedenstellend.

Insgesamt war ich mit mir heute aber nicht zufrieden, ich hoffe doch, dass die nächste Flugstunde wieder etwas besser wird. Denn irgendwann möchte ich den Vogel ja auch mal alleine bewegen können!

Siebzehnte Flugstunde: Alles in Butter

Wie bereits vorgestern angekündigt, ging es auch heute mit Platzrunden weiter. Dem geneigten Leser wird das vielleicht ein wenig langweilig, aber ich kann versichern, dass keine Flugstunde der anderen gleicht – mal gibt es mehr oder mal weniger Wind, mal mehr und mal weniger Thermik. Heute war beides einigermaßen ruhig, wobei so wenig Wind auch nicht sein muss, weil das Flugzeug dann viel schlechter steigt. Aber dennoch klappte es ganz gut.

Zunächst starteten wir auf der Piste 06, obwohl beim ersten Start das bisschen Wind dann direkt von hinten kam – nicht gerade ein Garant für eine gute Steigleistung, zumal die Kilo Delta auch noch vorher von mir vollgetankt wurde. Dennoch hob die Cessna ab, und wir starteten in die Platzrunde. In Absprache mit dem Tower gingen wir dann nach dem halben Gegenanflug mittels einer Rechtskurve um 180° um den umgekehrten (rechten) Gegenanflug, um für den Rest der Flugstunde die Piste 24 zu nutzen – der Wind stand dann genau auf der Startbahn, was sowohl für den Start als auch für die Landung wesentlich günstiger ist.

Die Touch & Go gelangen eher so lala. Nicht wirklich gut war vor allem die erste Landung, ich setzte leider mit allen drei Rädern gleichzeitig auf (was Christof mir auch zu Recht vorhielt), die folgenden waren so naja bis hart. Zwischendurch gab es auch ich ein paar kleinere Fehler beim funken (vergisst man zum Beispiel ein Wort, kann der ganze Funkspruch eine andere Bedeutung bekommen; so wurde ich heute aufgefordert, einen anfliegenden Airbus zu melden, wenn er in Sicht ist – ich quittierte mit „Melde wenn Verkehr in Sicht!“, was aber korrekt hätte heissen müssen „werde Verkehr melden wenn in Sicht“. Doppelt peinlich: Ausgerechnet mein Funkausbilder saß heute auf dem Turm und bekam das aus erster Hand mit… und zu allem Ungemach traf ich ihn nach der Flugstunde auch noch am GAT, er hatte Feierabend und wollte eine Runde fliegen – seine Ohren bekamen von seinen Mundwinkeln Besuch, als er mich sah 🙂

Aber dann, nach einem langen Endanflug zur Abschlusslandung (wir mussten besagtem Airbus ausweichend unseren Gegenanflug deutlich bis über Unna verlängern), folgte ein so butterweiche Landung, dass selbst Christof (sic!) ausrief: „Na, warum denn nicht gleich so!?!“ – Dafür dass er sonst nichts sagt, wenn es gut ist, war das fast schon wie eine Ordensverleihung!

Weiter geht es dann leider erst am Montag, da ich in den nächsten Tagen und dem Wochenende vollauf beschäftigt bin – wie immer gutes Flugwetter vorausgesetzt.