Sechsunddreißigste Flugstunde: Es wird immer besser…

 

Heute morgen sah es bei einer Wolkenuntergrenze von gerade einmal 700 Fuß nicht danach aus, als ob es noch in die Luft gehen würde – gegen Mittag riss die Bewölkung aber komplett auf, und Christof und ich verschoben die Flugstunde auf 13 Uhr.

Wie üblich standen Platzrunden auf dem Programm, und dieses mal funktionierte alles einfach tadellos. Angefangen beim Funk bis zu annähernd perfekten Landungen. Ich ärgere mich mittlerweile fast ein wenig, dass Christof seine Hände griffbereit in der Nähe des Steuerhorns hält, aber noch Scheine ich ihn nicht komplett überzeugt zu haben.

Viel mehr gibt es eigentlich gar nicht zu berichten – die nächste Stunde ist morgen geplant, dann wollen wir bei entsprechendem Wetter mal nach Arnsberg fliegen und dort Platzrunden fliegen.

Fünfunddreißigste Flugstunde: Happy Landings!

Die letzte Flugstunde war aus meiner Sicht ja eher etwas für die Tonne – ganz im Gegensatz dazu die heutige: Allererste Sahne!

Auch wenn es für den armen Christof zu Beginn nicht so aussah und er scheinbar am verzweifeln war, da ich mich ein klein wenig im Funk verhaspelt hatte (ich denke er hatte da ein Vorahnung, was ihm da heute wieder blühen könnte…), gestaltete sich der weitere Verlauf doch als sehr gut.

Wir flogen wie üblich unsere erste Platzrunde, und die anschließende Landung war  – butterweich! Ganz im Gegensatz zu den sonstigen ersten Landungen einer Flugstunde, die meist doch etwas hart oder holprig waren, nicht mittig auf der Bahn oder irgendetwas anderes aufwiesen, was auszusetzen war, musste ich mich dieses mal sogar selbst loben, da Christof so etwas höchst selten nur tut  („Wenn ich nix sage war’s gut!“). Er pflichtete mir dann aber doch bei, und zufrieden wurde durchgestartet und die nächsten Runden in Angriff genommen.

Uns widerfuhr der ganz normale Alltag in der Platzrunde – hier mal ein Airliner, der Vorrang bekam, dort mal ein Privatjet, und auch andere Privatpiloten mit kleinen Maschinen wie unserer Kilo-Delta, die den Turm veranlassten unseren Gegenanflug zu verlängern oder auch ein paar Kreise zu ziehen, bis die Landebahn wieder nur uns gehörte.

Und das beste war aber: Sämtliche (sic!) Landungen waren allererste Sahne! Und so beschloss Christof, dass wir mal zur Abwechslung eine Landung ohne Klappen machen wollen.

Die Klappen können in drei Stufen gesetzt werden (unsere KD hat sogar vier, von denen in der Regel aber nur drei benutzt werden). Dadurch erhöht sich zwar der Widerstand des Flugzeugs, aber auch der Auftrieb. Dies macht manisch zu Nutze, um langsamer anfliegen zu können und dadurch eine kürzere Landestrecke zu erzielen. Ebenso beim Start nutzt man 10° Klappen (Stufe 1), um mehr Auftrieb zu erhalten und die Startstrecke so zu verkürzen.

Da die Piste in Dortmund aber 2000 Meter lang ist, braucht man diese Klappen eigentlich nicht unbedingt – es ist genug Platz da um drei- oder viermal zu landen…

Also die Geschwindigkeit imAnflug auf ca. 70 Knoten reduziert und – wir kamen viel zu hoch rein. Ohne Klappen war es schwierig, ja fast unmöglich, ausreichend Höhe zu verlieren, um halbwegs in der Nähe der Schwelle aufzusetzen. Und so kündigte Christof an, das wir slippen wollen: Hierzu hängt man eine Tragfläche in den Wind, der naturgemäß aus der Richtung kommt, in die man fliegt, und hält mit dem Seitenruder dagegen. Dadurch wird ein stabiler Flugzustand erreicht, in dem aber tüchtig Höhe abgebaut wird – so, als würde man mit gesetzten Klappen anfliegen. Kurz vor dem Aufsetzen dreht man die Nase wieder nach vorne und kann dann ganz normal aufsetzen  was mir auch gut gelang. Heute hatte ich es einfach heraus, wann die Maschine abzufangen ist, und wann ich wieviel weiter überziehen musste!

Durchstarten, Vollgas, noch eine Runde! Und weil die Klappen eh nicht ausgefahren waren wurde dies auch ein Start ohne Klappen. Ich gebe zu dass Christof das nicht angeordnet hatte, aber  auch der Start glückte zufriedenstellend.

Da dies unsere letzte Runde für heute sein sollte und wir bei unseren Abschlusslandungen die Bahn nicht so sehr lange blockieren wollen, führen wir diese normalerweise als „lange Landung“ aus, das heißt wir setzen nicht auf der Schwelle auf, sonder in der Nähe der Mitte der Bahn – so kommen wir schnelle zu der nächsten Rollbahneinmündung und können die Piste für den nächsten räumen.

Wei es aber so gut geklappt hatte, schlug ich Christof vor, auch die Abschlusslandung ohne Zuhilfenahme der Klappen durchzuführen. Der Fluglehrer gab sein okay, und diesmal klappte es auch mit dem Höhenabbau (wir hatten aber, verkehrsbedingt, auch einen viel längeren Endanflug) richtig, und die Abschlusslandung gestaltete sich wieder perfekt wie die vorangegangenen Landungen. Sowohl Fluglehrer als auch Flugschüler waren sehr zufrieden!

 

Vierunddreißigste Flugstunde: Keine Sternstunde

Da mein Kumpel Andreas M. dann doch seinen Solo-Dreiecksflug nicht antreten sollte, da die Gefahr von Gewittern bestand und dies Fluglehrer Christof zu riskant war (wir zogen ihn ein wenig damit auf dass er von sich aus gekniffen habe – die Wahrheit ist: Er hat gekniffen 😉 ), bekam ich die Chance noch ein paar schnelle Platzrunden zu drehen. Sollte das Wetter sich verschlechtern hat man in der Platzrunde ja sehr gut die Möglichkeit zu landen und sich und das Flugzeug in Sicherheit zu bringen.

Ich hatte mit einer anständigen Thermik zu kämpfen, ansonsten verlief alles, bis auf ein paar ärgerliche Nachlässigkeiten, zunächst gut, das an sich gute Gefühl wurde aber eben durch diese Nachlässigkeiten getrübt: Einmal vergaß ich bei der Landevorbereitung die Klappen zu setzen, worauf Christof mich zu recht etwas ungehalten aufmerksam machte, mal las ich die Anweisung des Turms und der Rollkontrolle nicht vollständig zurück, und dann würgte mein Fluglehrer mir, als ich mich schon im gemütlichen Endanflug befand und mich auf eine gut sitzende Landung vorbereitete (ich muss den Eindruck erweckt haben völlig in meiner Komfortzone versunken zu sein) eine Durchstartübung rein, die ich dann auch prompt versiebte – anders kann man es nicht ausdrücken.

Naja, man kann nicht immer gewinnen, und so hake ich die heutige Flugstunde mal unter „Erfahrungen“ ab.

Das Videomaterial werde ich erst morgen auswerten können und schiebe es gegebenenfalls nach – obwohl das wahrlich nicht meine Sternstunde war.

Dreiunddreißigste Flugstunde – Fast schon Pilot…

Neben meiner Theorieprüfung hatte ich für heute noch eine Flugstunde mit Christof vereinbart. Ich möchte jetzt möglichst viel fliegen, um endlich die „Platzrundenreife“ zu erlangen und auch ohne Lehrer fliegen zu dürfen.

Mittlerweile klappt das auch schon ganz gut, meine Landungen heute waren, wie auch Christof findet, wieder besser als bei letzten mal und meine Abschlusslandung sogar wirklich butterweich – ein richtiger „Greaser“. Auch die zwischenzeitlich durchgeführte Durchstartübung war akzeptabel. Hierbei kommt es darauf an dass man, wenn man erkennt dass eine Landung unmöglich ist (weil man z.B. nicht genug Höhe abgebaut hat und zu spät aufsetzen würde, oder weil die Landebahn durch ein anderes Luftfahrzeug blockiert ist), zunächst volle Leistung gibt und die Vergaservorwärmung ausschaltet, bevor man langsam und schrittweise die sich in Landekonfiguration befindlichen Klappen wieder einfährt. Macht man dies zu schnell oder gar bevor man wieder Gas gegeben hat, droht aufgrund zu geringer Geschwindigkeit ein Stömungsabriss und der dann unvermeidliche Absturz. Erst am vorletzten Wochenende ist vermutlich auf diese Art ein Ultraleichtflugzeug an einem Platz in der Nähe in den Baumwipfeln gelandet – zum Glück kamen die Insassen glimpflich davon und mussten nur 2 Stunden kopfüber im Cockpit verharren, bis die Feuerwehr sie bergen konnten.

Ich habe mittlerweile noch ein Video von der 31. Flugstunde gefunden, ebenfalls mit Christof. Zu sehen sind wir beide beim Start, Steigflug und Platzrunde bis zur Landung und Durchstarten.

Morgen soll es weitergehen – wenn nicht mein Mitschüler Andreas M. seinen großen Dreiecksflug macht, denn dann wird er bevorzugt, da sich seine Ausbildung jetzt dem Ende zuneigt. Wenn ich nur selbst schon so weit wäre….!

Theoretische Prüfung II

Flugs geschrieben: Heute bin ich dann noch einmal nach Münster gefahren, um die noch fehlende Meteorologie nachzuholen.

Diesmal hat es geklappt, das Thema Theorie ist für mich soweit also abgeschlossen und ich kann mich ganz auf die Praxis konzentrieren (und natürlich noch die beiden Funkzeugnisse erwerben).

Zweiunddreißigste Flugstunde: Jochen

Auch wenn ich heute von üblichen Platzrunden ausgegangen war (und letztendlich auch noch einige drehte), so war es heute doch etwas anderes, denn mit Fluglehrer Jochen war ich noch nicht unterwegs.

Ich mag es mit unterschiedlichen Fluglehrern zu fliegen, denn jeder Fluglehrer kann einem noch etwas Neues beibringen und einen anderen Stil vermitteln.

So war es auch bei Jochen. Nachdem wir uns im Cockpit zunächst ein wenig vertraut gemacht hatten, sollte es raus gehen in den Luftraum, um dort ein wenig Airwork zu verrichten. Vorher aber wollte er eine Startabbruchübung machen. Man simuliert dabei einen Motorausfall kurz nach dem Start. Jochen meldete das entsprechend beim Turm an und wir bekamen auch die Genehmigung.

Bis dahin verlief alles wie gewohnt, wir starteten aber diesmal von Rollbahneinmündung Delta auf der Piste 24 aus, um die volle Bahnlänge zur Verfügung zu haben.

Also Vollgas, abgehoben, nachgedrückt um Fahrt aufzunehmen, und dann das Gas komplett raus – und sehr kräftig drücken, um sofort wieder Fahrt aufzunehmen und einen Stall zu vermeiden. Dann eine Landung auf derselben Bahn, von der wir soeben erst abgehoben hatten, um sofort wieder durchzustarten und dieses mal komplett abfliegen…. eine Erfahrung, die man einmal gemacht haben muss!

Dann ging es ab über Whisky aus der Kontrollzone heraus.

Irgendwo nördlich von Hamm haben wir dann Kurs- und Höhehalten geübt, das ganze noch mit einem Langsamflug bis runter auf 55 Knoten garniert und als Topping noch einen Vollkreis draufgesattelt – Jochen war zufrieden.

Dann ging es zurück zum Platz, ich meldete mich per Funk an und durfte auch in die Kontrollzone sowie die Platzrunde einfliegen.

Anschließend führten wir noch einige Platzrunden durch, die Landungen waren etwas hart.

Unterm Strich fand ich die Flugstunde heute sehr lehrreich. Jochen macht einiges anders als Christof oder Sven, vermittelt aber auch gleichzeitig eine gewisse Gelassenheit und Ruhe die nötig ist, um eine Landung richtig zu planen. Auch handhabt er „Kleinigkeiten“ anders. Das ist ganz bestimmt keine Wertung, ein Fluglehrer ist, denke ich, besser oder schlechter als der andere, sie setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte und bedienen sich anderer Methoden.

Vielleicht waren die Landungen auch deshalb heute etwas holpriger, und vermutlich habe ich deshalb heute die Cam vergessen einzuschalten…. dafür hat mich aber Bülent Y. fotografiert, und ich hänge diese Bilder einfach mal an.

Einunddreißigste Flugstunde – Und täglich grüßt das Murmeltier

Im Moment geht es Schlag auf Schlag, denn ich möchte gerne bald die Platzrundenreife erlangen und Flugzeug allein fliegen!

Einerseits hat man davor schon ein wenig Bammel, denn man sitzt dann ohne einen erfahrenen Piloten alleine im Flieger, und man muss das Flugzeug sicher zur Erde bringen – andererseits erwartet man diese Situation sehnsüchtig, denn es ist ein Meilenstein in der Pilotenausbildung. Fliegt man erst die Platzrunde allein, folgen bald auch die Navigations- und Dreiecksflüge, und der Weg vom Fußgänger zum Piloten ist bald zum Ende gekommen.

Die vielen Platzrunden drehen wir übrigens hauptsächlich, um das Landen zu üben; nur durch ausreichende Übung lernt man die Abstände, Höhen und Zeitpunkte korrekt abzuschätzen und lässt entsprechende Handlungen folgen.

Heute war das Wetter zunächst etwas ruhiger, als wir starteten war es noch nicht ganz so warm, im Verlauf unseres Fluges jedoch wurde es zunehmend turbulenter.

Heute starteten wir auf der 06 in Richtung Unna – mal wieder eine kleine Abwechslung.

Im Video findet Ihr ein paar Erläuterungen in der ersten Platzrunde, viel Spaß beim Anschauen!

Morgen geht es weiter mit Platzrunden schrubben, dann eventuell mal wieder mit einem anderen Fluglehrer…