Fünfzehnte Flugstunde: Funken und Fernsicht

Heute konnte ich durch Zufall eine Flugstunde „zwischendurch“ buchen: Um halb elf rief mich Christof an, ob ich Lust hätte eine Runde zu drehen. Und ob ich Lust hatte! Der Himmel war strahlend blau, die Fernsicht ausgezeichnet, so dass ich selbstverständlich sofort zusagte, denn ich hatte auch die leise Hoffnung, vielleicht ein paar Bilder für Euch hier zu schiessen.

Schnell ins Auto, zum Flughafen, Schlüssel und Bordbuch geschnappt und – Am GAT fand gerade eine Prüfung für das neue Personal statt, so dass ich ein wenig warten musste. Nun, ich wartete geduldig, ich wäre ja auch froh wenn man mir gute Prüfungsbedingungen ermöglicht.

Dann aber ging es los, die übliche Vorflugkontrolle durchgeführt, Christof in die Cessna gelassen, und er fragte mich auch gleich: „Wie sieht es denn  mit dem Funken aus?“ … Uff. Naja, am „grünen Tisch“ -zigmal durchgegangen, also bejahte ich die Frage. Und schon ging es los… In der ersten Aufregung vergaß ich die Hälfte. Meldete mich anstatt bei der Rollkontrolle beim Turm (und hast auch noch dessen Frequenz eingestellt!), las die Hälfte nicht zurück, meldete mich nicht mit meinem Rufzeichen… Herrgott noch einmal, Peter, konzentrier‘ Dich! Wie soll das denn gleich in der Luft werden?

Nun, der Appell an mich selbst schien zu fruchten, und von Platzrunde zu Platzrunde stellte sich auch beim funken so etwas ähnliches wie Routine ein – ich wurde lockerer, dadurch aber auch aufmerksamer. Ich denke dass es später ganz in Ordnung war, was ich dem Turm so erzählte, und auch dessen Anweisungen setzte ich in die Tat um (und bestätigte korrekt). Unter anderem waren dabei auch zwei verlängerte Gegenanflüge, um im Endanflug befindlichen Verkehrsmaschinen die Landung zu ermöglichen und ihnen weiträumig auszuweichen, und ich sollte die Flugzeuge melden, sobald ich sie sehe, was ich auch tat.

Nach fünf Touch and Go sollte dann die Abschlusslandung folgen, Christof bejahte meine Frage nach einer „langen Landung“ (wir setzen dann etwa in der Bahnmitte erst auf, um Rollstrecke einzusparen und die Piste schneller frei zu machen. Die Landebahn ist mit 2000 m Länge mehr als lang genug für eine C172), der Turm genehmigte uns diese auch schon vorher ungefragt, und ich leitete den Quer- und Endanflug so ein, dass wir entsprechend aufsetzen. Hier und da musste ich dann doch wieder etwas Schleppgas geben, um nicht doch zu früh aufzusetzen (auch wenn blauer Himmel herrscht, oder vielleicht gerade dann, entstehen mit der Thermik Auf- und Abwinde, die einem die ganze schöne Platzrunden-Einteilung zunichte machen können!).

Und dann….. ließ ich die Cessna im Schwebeflug über die Piste gleiten, zog das Steuerhorn immer weiter zu mir, überzog damit das Flugzug, und es sank auf die Piste, mit dem Hauptfahrwerk zuerst… ich trat ins rechte Pedal, um die Cessna gerade auf der Piste zu halten und rollte weiter… die Anweisungen des Turms nahm ich fast schon nebenbei auf und bestätigte sie… ich war gelandet! ICH WAR GELANDET! Und zwar GANZ OHNE CHRISTOF! Junge Junge, wenn ich keine Ohren gehabt hätte, dann hätte ich im Kreis grinsen können! Ein weiterer Meilenstein für mich!

Und so konnte ich, nachdem das Flugzeug dann für das Rollen „aufgeräumt“ war, meine Begeisterung auch nicht weiter zurückhalten und sagte zu Christof, dass die letzte Landung doch ganz allein und ohne ihn war!?! Um meinen Eindruck auch bestätigt zu bekommen, weil ich es selbst ja noch gar nicht so ganz glauben konnte…. und Christof sagte zu mir. „Yep.“

Yep. Das war alles. Yep. Okay, das ist Christof Art, er ist etwas lakonisch, aber ich bin ja auch nicht sein erster Flugschüler. Da kommt auch bei ihm dann ja etwas Routine auf…

Aber dann kam es und gab er mir noch einen extra mit: „Bis auf eine Landung hast Du sie alle alleine gemacht.“ Au Mann. In meiner Konzentration habe ich das nicht einmal bemerkt. 5 Landungen allein! Hammer. Was ein geiles Gefühl!

Ach ja, die Fernsicht: Da hatte ich gar keine Zeit zu, um diese zu genießen oder gar ein paar Fotos zu machen. Ich war viel zu beschäftigt, funken, die Thermik ausgleichen, den Anflug planen, landen, starten… ich denke aber dass auch das bald wieder etwas lockerer wird, wenn eine gewisse Gewöhnung eintritt.

Am Montag soll es weiter gehen, ich hoffe weiterhin auf gutes Flugwetter, damit ich das nun erreichte festigen kann. Und dann sollte es wirklich nicht mehr lange bis zum ersten Alleinflug dauern. Morgen aber darf ich mal wieder „vorne rechts“ Platz nehmen und mit meinem „Lieblingspiloten“ in der Mooney 231 mitfliegen – es geht IFR nach Strausberg (EDAY) und am Abend zurück, ich freue mich schon auf diese tolle Maschine!

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