Siebenundzwanzigste Flugstunde: Unverhofft kommt oft!

Der Tag heute versprach bereits am Vormittag an gut zu werden:

Also schob ich meine Termine, und fand mich sogar schon etwas früher als vereinbart am GAT ein, wo ich die freie Zeit mit dem Piloten einer Trinidad TB-20 an der Tankstelle verbrachte und ihn Löcher in den Bauch fragte – die TB 20/21gehört zu meinen Lieblingsmaschinen, und wenn ich mal groß bin bekomme ich sicher auch eine….

Kurz darauf fand sich auch Fluglehrer Sven ein, und nach einer ausgiebigen Vorflugkontrolle stiegen wir in die gewohnte Kilo-Delta ein, eine Cessna 172, das meistverkaufte Flugzeug überhaupt.

Heute sollte es mal wieder Platzrunden geben, denn mein letzter Flug fand ja bereits Mitte Oktober statt, und ich denke Sven wollte sehen, was denn so alles bei mir hängen geblieben war, und wo ich Fertigkeiten verlernt habe. So enttäuschte ich ihn nur ein wenig, denn das Aufsetzen beim ersten Touch & Go hätte durchaus sanfter geschehen dürfen – hier zeigten sich mal wieder die Nehmerqualitäten der Cessna…. dennoch war der Rest völlig in Ordnung, angefangen beim Start über den Steigflug, Höhe halten in der Platzrunde und Einteilung der Landung. So auch in der zweiten Runde, deren Aufsetzen etwas sanfter war, aber auch noch Entwicklungspotenzial bot. Um es vorweg zu nehmen: Die Landungen wurden zunehmend besser, und so trainierten wir in der dritten Runde das Landen ohne Klappen (klappte aber trotzdem gut), und in der vierten Platzrunde hatte Sven, der im Gegenanflug auffällig in der Tasche hinter den Sitzen herumnestelte, eine neue Gemeinheit für mich parat: Ein Klebepad, das er mit auf den Höhenmesser klebte. Toll. Und ein zweites, welches auf das GPS-Navi klebte, so dass ich auch hier die Höhe nicht mehr ablesen konnte. In der Platzrunde ist solch ein Höhenmesser ganz gut dazu zu gebrauchen um zu kontrollieren, ob die Einteilung der Landung passt, oder ob man zu hoch oder zu niedrig hereinkommt (heute flog ich häufig zu hoch an, was zum Teil aber sicher auch an der tief stehenden Sonne lag, die im Endanflug genau auf der Piste stand und ordentlich blendete, trotz Sonnenbrille). Ich sollte, so Sven, mal mein Gefühl und Popometer bemühen, den Landeanflug einzuteilen.

Immerhin blieb mit ja die Geschwindigkeitsanzeige, so dass ich nicht zu langsam werden konnte, was ja leicht mit einem Strömungsabriss und nachfolgendem Absturz vom Luftfahrzeug quittiert werden kann. Und so schwebte ich zwar etwas zu hoch, aber langsam und sicher über der Piste 24 aus, und nach erreichen des Bodens startete ich durch.

Links im Bild Sven, kurz bevor er die Klebepads auf die Instrumente pappte. Ich finde das Diabolische leuchtet bereits ein wenig in seinen Augen…

Ich hatte nicht mit Svens Gemeinheit gerechnet, der mir sofort nach dem Abheben das Klebepad vom Höhenmesser auf den Fahrtmesser versetzte. Nun also die Geschwindigkeit nach Gefühl – okay…. er wird wissen was er da tut. Aber was soll ich sagen? Auch diese Runde klappte, und wir setzten relativ sanft auf der Piste auf. Zwischendurch gab es eine kurze Irritation, als der Turm uns anstatt „Piste 24 frei zum aufsetzen und durchstarten“ die Piste 24 zur Landung freigab – den Fehler aber sofort nach unserer Bestätigung selbst bemerkte und korrigierte. Überhaupt die Lotsen auf dem Turm und der Rollkontrolle hier in Dortmund: Allesamt nette Leute, die auch meine noch zahlreichen Fehler geflissentlich ignorieren und scheinbar immer gut gelaunt sind!Eine weitere Runde sollte es werden, ich sollte ohne Gas landen. Hier machte aber der Turm uns einen Strich durch die Rechnung: Aus irgendeinem Grund wollte er uns nicht in der Platzrunde haben und wies uns an, nacheinander die Pflichtmeldepunkte November und Whisky anzufliegen, und danach erst wieder in den rechten Gegenanflug einzudrehen, um diesen auch noch wegen des landenden Rettungshubschraubers zu verlängern – der abschließende Quer- und Endanflug war also nicht der Standard, aber auch kein Beinbruch. Dennoch teilte ich ihn mir zu hoch ein und landete ein gutes Stück hinter der Schwelle, was zwar kein Vergehen ist, aber auch nicht unbedingt das Ziel. Bei kürzeren Landebahnen kann so etwas natürlich zum Problem werden, bei den 2000 Metern, die Dortmund bietet, eher nicht.

In der Nachbesprechung zeigte Sven sich insgesamt zufrieden, und stellte mit meinen baldigen ersten Alleinflug in Aussicht – ich bin ja mal gespannt. Am Samstag soll es wieder in die Luft gehen.

2 Kommentare zu „Siebenundzwanzigste Flugstunde: Unverhofft kommt oft!

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