Sechzehnte Flugstunde: Im Aufwind

Die derzeitige gute Großwetterlage lässt meine Flugstunden gut voranschreiten: Solch eine langanhaltende Schönwetterphase hatten wir im ganzen letzten Jahr nicht! Also heute die Kilo Delta rausholen lassen (in Dortmund darf man das aus versicherungstechnischen Gründen nicht selbst machen), der freundliche Mitarbeiter des Dortmunder Flughafens half auch gleich, die Maschine bis zur Tankstelle zu schieben, denn die Cessna musste, wie Christof mir vorher sagte, in jedem Fall betankt werden.

Mittlerweile weiß ich ja auch wie das hier funktioniert, also zunächst das Erdungskabel am vorderen Fahrwerk angeklemmt, dann die Leiter auf der der Tankstelle abgewandten Seite der Cessna bereitgestellt (Die Tanköffnungen befinden sich oben auf den Tragflächen des Schulterdeckers) und die Kundenkarte durch den Schlitz gezogen. Den Schlauch weit genug herausgezogen und die Pumpe eingeschaltet… danach die andere Tragfläche ebenfalls vollgetankt. 175,5 Liter passen in das Flugzeug, etwa 90 Liter habe ich ergänzt. Es wäre also noch genug Sprit für knapp zwei Stunden Flugzeit in den Tanks gewesen.

Als ich fertig war kam auch Christof, der wartete bis ich die Vorflugkontrolle erledigt hatte, und es konnte losgehen mit weiteren Platzrunden und eigenständigem funken meinerseits – die Erfolge der letzten Woche wollen gefestigt werden! Und so achtete ich diesmal auf die richtige Frequenz und rief auch die Rollkontrolle, erbat das Rollen und las die Anweisungen auch korrekt zurück. Während meiner Platzrunden achtete ich auf das eigene Rufzeichen (ich musste auch in der Tat einmal meinen Gegenanflug verlängern und auf die Genehmigung für den Queranflug warten, was ich dann auch korrekt tat) und wiederholte auch hier die mir gegebenen Anweisungen. Also klappt auch dies immer besser!

Das schöne Wetter kann einen aber auch täuschen: Was der Segelflieger unbedingt braucht, um Höhe zu gewinnen, wird vom Motorflieger eher als störend empfunden: Thermik. Das sind durch die Sonne am Boden (oder auch höher) aufgewärmte „Luftpakete“, die deshalb aufsteigen und das Flugzeug ebenfalls nach oben treiben. Dies geschieht jedoch nicht immer sanft und gleichmäßig, sondern bisweilen auch etwas ruppig. Die Thermik lässt übrigens auch die Wolken aufsteigen; oberhalb der Wolken gibt es in der Regel kaum noch oder gar keine Thermik mehr.

Und heute war sie sehr ruppig! Einmal packte sie die Cessna derartig, dass das Variometer eine Steigrate von über 700 ft/min anzeigte – eine solche Steigrate schafft das kleine Flugzeug alleine gar nicht. Dieses Luftpaket lies aber auch unsere Nase so weit steigen, dass ich kräftig nachdrücken musste, um wieder eine normale Fluglage einzunehmen. Hätte ich dies nicht getan, hätten wir vermutlich kurz darauf einen Strömungsabriss gehabt. Bei nur 900 ft angezeigte Flughöhe kein Spaß!

Die Landungen waren durchwachsen. Ich bekomme diese selbst hin, aber sie sind eben noch nicht perfekt. Manchmal fange ich noch etwas zu früh ab, manchmal einen Tick zu spät. Der einzige wirklich Fauxpas passierte mir heute allerdings bei meiner ersten Landung, als ich zu kurz anflog und noch vor der Schwelle aufsetzte, was wohl später einmal eine Strafe nach sich ziehen würde, wie Christof mich rügte.

Überhaupt Christof: Die Ruhe selbst, und eine sichere Bank neben mir. Ich bin froh, dass er dabei ist, vor allem in solchen Situationen wie oben beschrieben!

Allerdings ist er auch lakonisch. Als wir heute zum GAT zurück rollten, ereignete sich in etwa folgender Dialog:

Ich: „Und? Manöverkritik?“

Christof: „Ja nix! ….(dummes Gesicht von mir)… wenn ich nix sage ist gut!“

Ich verbuche das mal als Lob (abgesehen vom verfehlen der Schwelle) und bin deshalb heute wieder einmal zufrieden nach Hause gefahren.

Am Mittwoch sollen wieder Platzrunden gedreht werden.

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