Achtzehnte Flugstunde: Wenn sich alles in Kreisen bewegt…

Nach über einer Woche Abstinenz von der Fliegerei galt es heute wieder Platzrunden zu fliegen; die geplante Flugstunde am Montag musste ich aus beruflichen Gründen leider absagen.

Aber irgendwie war heute der Wurm drin. Nachdem FL Christof zugestiegen war und die Maschine gestartet war, rief ich die Rollkontrolle und hörte außer einem Grundrauschen nur wenig heraus. Meine Bemühungen das vermeintlich gehörte zurückzulesen endete mit einem verständnislosen Blick Christofs, der sogleich auch hastig den Funk übernahm und das offenkundig tatsächlich von der Rollkontrolle gesagte wiederholte, was aber etwas völlig anderes war als das was ich verstanden hatte. Über dem Dortmunder Tower schwebte ein großes Fragezeichen, und ich kann nachvollziehen dass man sich fragte ob der Flugschüler dort unten am GAT auch noch ganz nüchtern ist (was er, das sei dem geneigten Leser versichert, absolut der Fall war!). Diese Verständigungsschwierigkeiten setzen sich nicht nur fort, sondern lösten dann bei mir auch eine Verunsicherung aus, so dass ich beispielsweise grundlegende Dinge ausließ, mein Rufzeichen nur in der Kurzfassung nannte obwohl mich der Tower mit dem kompletten anrief (Beispiel: Mein komplettes Rufzeichen lautet D-EFKD (Delta – Echo – Foxtrott – Kilo – Delta), wenn aber der Turm mich nur mit D-KD anspricht, dann darf ich ihm auch so antworten – aber nur dann!). Und so funkte Christof heute für mich, was ich persönlich nicht zwingend als einen Rückschritt sehe, denn irgend etwas stimmte mit meinem Headset offenbar nicht. Wie sich später herausstellte hatte sich eine Verschraubung gelöst, das Headset fiel fast auseinander, und der rechte Kopfhörerteil könnte das Ohr auch nicht mehr richtig umschließen. Dennoch mag ich das alles heute nicht allein auf das Headset schieben, denn erstens hätte ich als Pilot dieses auch auf seinen ordnungsgemäßen Zustand hin zuvor überprüfen müssen (wieder was gelernt!), zum anderen hätte ich mehr Disziplin an den Tag legen müssen, wenn ich den Funkknopf betätige. Vielleicht schaue ich auch besser noch einmal in meine BZF-Unterlagen.

Kommen wir zum fliegerischen Teil. Auch dieser gestaltete sich heute etwas ungemütlicher, das wir ständig wechselnde Winde am Platz hatten und selbst die Airliner immer wieder beim Tower erkundigten, wie der Wind dort weht. Ein Airbus startete kurz vor dem Platz gar durch und führte einen erneuten Anflug aus, offenbar hatte er den Wind falsch eingeschätzt. Aber – mir ging es da nicht besser als den „Kollegen“ in den großen Maschinen, denn auch meine kleine Cessna wurde zum einen ordentlich von der Thermik gepackt und hatte beim Endanflug mit einer kräftigen Seitenwindkomponente zu kämpfen. So gelangen die Landungen auch nicht so sanft wie bei der letzten Abschlusslandung, ich fing die Maschine teils zu spät ab und wir setzten bisweilen härter auf als gewünscht.

Das Starten jedoch stellt mittlerweile keine Probleme mehr dar, das fliegen an sich auch nicht. Dies durfte ich heute ganz besonders intensiv üben, denn aufgrund eines doch etwas stärkeren Verkehrsaufkommens am Dortmunder Airport musste ich insgesamt drei (!) Vollkreise innerhalb der 40 Minuten, die ich in der Luft war, fliegen (landläufig „Warteschleife“ genannt) und durfte zudem auch mehrmals meinen Gegenanflug verlängern, um anderem Verkehr, der sich im Anflug befand, auszuweichen. Immerhin klappte dies alles zufriedenstellend.

Insgesamt war ich mit mir heute aber nicht zufrieden, ich hoffe doch, dass die nächste Flugstunde wieder etwas besser wird. Denn irgendwann möchte ich den Vogel ja auch mal alleine bewegen können!

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