Vierundzwanzigste Flugstunde: Ziellandeübung

Eigentlich ist der Titel der 24. Flugstunde nicht ausreichend, denn wir haben sehr viel mehr gemacht!

Gleich zu Beginn zog mir Fluglehrer Sven den Gashebel raus – der Motor lief also nur im Standgas und erzeugte keinen Vortrieb. Simuliert wird hier ein Motorausfall beim Start des Flugzeugs, was auch viel wahrscheinlicher ist als mitten im Reiseflug, da gerade beim Start plötzlich die volle Motorleistung angerufen wird.

Wichtig in dieser Situation ist: Sofort die Nase runter um Fahrt aufzunehmen, danach nach einer geeigneten Landemöglichkeit umsehen (Wiese, Acker,..). Wird die Nase nicht unmittelbar nach unten genommen droht sofortiger Strömungsabriss und somit ein Absturz.

Nach zwei entspannten Platzrunden, eine Landung davon ohne Klappen (sehr gut!), inklusive Drehung der Piste von 24 auf 06 flogen wir dann über den Pflichtmeldepunkt E (sprich: Echo) aus der Dortmunder Kontrollzone heraus und nahmen Kurs auf Arnsberg EDLA. Diesen Flugplatz kannte ich ja schon von einem Ausflug mit Florian und wusste um seine etwas versteckte Lage in einem Wald auf einem Hügel. Die Landebahn folgt dem Hügelverlauf, und man hat bisweilen den Eindruck auf einen Berg zuzufliegen, wenn man sich im Endanflug befindet. Außerdem ist sie nur knapp halb so lang wie in Dortmund und auch deutlich schmaler – nun, man kann nicht überall einen Verkehrsflughafen erwarten!

In Arnsberg wollten wir Go-Arounds üben, also den Abbruch der Landung und durchstarten. Hier wird beispielsweise eine nicht geräumte Piste simuliert, oder eine andere plötzlich auf der Landebahn auftretende Störung die einen an einer sicheren Landung hindert.

Hier ist es wichtig sofort Vollgas zu geben, die Vergaservorwärmung auf kalt zu stellen und stufenweise die Klappen einzufahren, während man umgehend in einen Steigflug übergeht. Bei unserer ersten Runde war Sven die Bedienung des Gases und der Vorwärmung zu zögerlich, so dass wir die Übung nach einer Platzrunde in Arnsberg wiederholten. Dieses Mal passte Gas- und Vorwärmungsbedienung, die Klappen fuhr ich aber zu schnell ein… ich denke das werde ich beizeiten wiederholen dürfen.

Nach dem zweiten Go-Around nahmen wir wieder Kurs auf den Pflichtmeldepunkt E, um wieder in die Dortmunder CTR einzufliegen. Wir kündigten unsere Landung als Ziellandeübung aus 2500 ft Höhe an, was der Turm auch genehmigte.

In diesem Fall wird dann doch der Motorausfall im Reiseflug simuliert. Im Ernstfall sucht man nach einer geeigneten Landemöglichkeit und teilt sich seinen Landeanflug entsprechend ein – ohne Motorleistung. Hier übernahm Sven überwiegend die Maschine. Im Endanflug hatten wir immer noch viel zu viel Höhe, und so zeigte er mir auch wie man mit Slippen schnell viel Höhe abbauen kann: Man tritt das Seitenruder (in diesem Fall) rechts und lenkt die Querruder nach links. Dadurch schiebt das Flugzeug nun seitlich nach vorne, was den Widerstand deutlich erhöht und wodurch dann schnell Höhe abgebaut wird. Kurz vor dem Aufsetzen wird der Slip wieder ausgeleitet und man landet ganz normal.

Nachdem wir unten waren forderte uns der Turm auf rasch abzurollen, der nächste Flieger saß uns also bereits im Nacken… dieser Aufforderung kamen wir natürlich umgehend nach. Auf dem Weg zum GAT dann noch die Anweisung die Position zu halten (also anzuhalten und zu warten), da der Polizeihubschrauber dringend raus musste – auf nach Köln, wo heute ein Kleinasiatischer Potentat eine Moschee einweihen sollte. Abschießend am GAT angekommen gab es für mich wieder ein Debriefing, damit ich auch verinnerliche was ich alles so falsch gemacht habe 😉

Es war wieder ein entspannender Flug bei wenig Wind und Thermik – so macht fliegen wirklich viel Spaß!

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