Siebenunddreißigste Flugstunde: Das Ziel vor Augen

Auf die heutige Flugstunde habe ich mich besonders gefreut: Es ging mit Florian in die Luft. Mit ihm war ich schon lange nicht mehr geflogen.

Eigentlich hatten wir zunächst überlegt nach Arnsberg zu fliegen; nachdem wir aber ein wenig über meine Ausbildungsfortschritte gesprochen hatten meine Florian dass es besser wäre in Dortmund zu bleiben und das Ziel „Alleinflug“ zu verfolgen; ein anderer Flugplatz wäre da jetzt eher hinderlich als förderlich, und so beschlossen wir sowohl Platzrunden zu fliegen, aber auch Notverfahren, in diesem Fall Ziellandeübungen, zu praktizieren. Diese hatte ich bis dahin nämlich auch noch nicht absolviert.

Bei der Ziellandeübung wird das Flugzeug in einer Höhe von 2000 bis 2500 Fuß (in Dortmund) über die Schwelle der Landebahn gebracht; dann zieht man die Vergaservorwärmung und das Gas ganz heraus; der Motor ist nun im Leerlauf. Simuliert wird so ein Triebwerksausfall. Die Aufgabe besteht nun darin, das Flugzeug nach Möglichkeit genau auf der Schwelle zu landen. Dafür nimmt man die Geschwindigkeit für das beste Gleiten ein (bei der C172N sind das 71 Knoten – so kommt sie am weitesten) und teilt sich seinen Anflug so ein, dass es eben hinkommt.

Beim ersten Mal habe ich zu viel Platz verschenkt, wir hätten allenfalls eine Landung auf einem Acker in der Nähe des Flughafens hinbekommen. Also durchgestartet und gleich noch einmal. Beim zweiten Mal hat es schon besser gepasst, ich habe zwar nicht auf der Schwelle, aber immerhin so auf der Landebahn aufgesetzt, dass auch ein Durchstarten danach noch möglich war. Und da aller guten Dinge drei sind haben wir die Übung auch ein drittes Mal gemacht, und diesmal saß die Landung perfekt.

Überhaupt die Landungen heute: Wir hatten, ganz entgegen meiner Erwartung, nicht nur eine ekelhafte Thermik, die das Fliegen regelrecht in Arbeit ausarten ließ, sondern bisweilen auch kräftige Böen von der Seite. Wie bei Böen aber eben üblich nicht konstant, sondern unvermittelt. Und das machte weder den Steigflug noch die Landungen leicht für mich.

Nun gibt es zwei Techniken, um bei Seitenwind zu landen. Die eine ist, das Flugzeug im Sinkflug gegen den Wind zu drehen und erst im letzten Moment vor dem Aufsetzen gerade auf die Landebahn auszurichten. Dies habe ich versucht, und die Landungen gerieten bisweilen holprig, aber in keiner Weise gefährlich oder wirklich schlecht.

Wie Florian mir erklärte ist es für ein solch kleines Flugzeug wie die C172 besser, die Landebahn gerade anzufliegen und auf der dem Wind zugewandten Seite die Tragfläche etwas hängen zu lassen; so setzt man dann auch mit dem entsprechenden Rad zuerst auf und minimiert die Gefahr vom Wind „umgeworfen“ zu werden und sich möglicherweise du überschlagen.

Insgesamt wieder ein sehr lehrreicher Flug für mich, der mich wieder näher an den ersten Alleinflug gebracht hat. Und so steht heute im Ausbildungs-Protokoll auch nicht „Platzrunden“, sonder „Vorbereitung auf Alleinflug“.

Montag fliege ich mal wieder mit Martin – da freue ich mich auch drauf!

Video folgt wieder….

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